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Leni Riefenstahl
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Helene Bertha Amalie „Leni“ Riefenstahl (* 22. August 1902 in Berlin; † 8. September 2003 in Pöcking) war eine deutsche Filmregisseurin, -produzentin und -schauspielerin sowie Drehbuchautorin, Schnittmeisterin, Fotografin und TĂ€nzerin. Sie gilt als eine der umstrittensten Persönlichkeiten der Filmgeschichte. Einerseits wird sie von vielen Filmschaffenden und -kritikern als „innovative Filmemacherin und kreative Ästhetin“cite-ref-1[1] angesehen, andererseits fĂŒr ihre Werke im Dienst der Propaganda wĂ€hrend der Zeit des Nationalsozialismus kritisiert.

Nachdem Riefenstahl ihre ursprĂŒnglich eingeschlagene Tanzkarriere aufgrund einer Knieverletzung hatte beenden mĂŒssen, etablierte sie sich wĂ€hrend der 1920er Jahre in der Weimarer Republik als Schauspielerin im Bergfilm-Genre.

Durch ihr 1932 veröffentlichtes RegiedebĂŒt Das blaue Licht, bei dem sie als Hauptdarstellerin, Regisseurin, Koproduzentin und Drehbuchautorin fungierte, wurden fĂŒhrende NSDAP-Politiker wie der Parteichef Adolf Hitler und der damalige Gauleiter der Partei von Berlin-Brandenburg Joseph Goebbels auf sie aufmerksam. Nach der im Jahr darauf erfolgten MachtĂŒbernahme der NSDAP erhielt Riefenstahl den Auftrag, die „Reichsparteitagstrilogie“ zu drehen. Die Propagandaproduktionen Der Sieg des Glaubens, Triumph des Willens und Tag der Freiheit! – Unsere Wehrmacht entstanden in den Jahren 1933 bis 1935. FĂŒr Triumph des Willens erhielt Riefenstahl den Deutschen Nationalen Filmpreis 1934/35, die Auszeichnung fĂŒr die beste auslĂ€ndische Dokumentation bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 1935 im gleichfalls faschistischen Italien sowie den Grand Prix auf der Pariser Weltfachausstellung.

Unter dem Titel Olympia veröffentlichte Riefenstahl 1938 eine zweiteilige Dokumentation ĂŒber die Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin. Der Film wurde vielfach als Ă€sthetisches Meisterwerk gelobt, aber auch fĂŒr seine propagandistischen und ideologischen Elemente kritisiert. Riefenstahl bekam fĂŒr ihre Arbeit unter anderem den Deutschen Nationalen Filmpreis 1937/38, die Coppa Mussolini, eine olympische Goldmedaille vom Internationalen Olympischen Komitee und den Kinema-Jumpƍ-Preis im damals imperialistischen Japan verliehen.

WĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges filmte sie mit dem „Sonderfilmtrupp Riefenstahl“ Hitlers Überfall auf Polen. Sie stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums fĂŒr VolksaufklĂ€rung und Propaganda.cite-ref-2[2]

In der Nachkriegszeit wurde sie trotz ihrer Einbindung in die nationalsozialistische Filmpolitik laut einem Spruchkammerverfahren lediglich als „MitlĂ€uferin“ eingestuft. Dennoch war es nach dem Ende des Krieges fĂŒr Riefenstahl ab 1945 schwierig, weitere AuftrĂ€ge als Regisseurin und Produzentin zu erhalten, so dass sie ihr Filmschaffen nach Tiefland (gedreht bis 1944), der erst 1954 fertiggestellt und veröffentlicht wurde, fĂŒr fast ein halbes Jahrhundert einstellte.

Ab den 1960er Jahren betĂ€tigte sich Riefenstahl als Fotografin und veröffentlichte mehrere BildbĂ€nde. Zu ihren bekanntesten Werken dieser Zeit zĂ€hlen Fotoreportagen ĂŒber das Volk der Nuba im Sudan und Unterwasseraufnahmen. In diesen Aufnahmen erkannte ein Teil der Kritiker Parallelen zu ihren Arbeiten aus der Zeit des Nationalsozialismus.cite-ref-welt-563787-3-0[3] 2002 veröffentlichte sie mit dem Dokumentarfilm Impressionen unter Wasser ihr letztes Werk.

Contents

‱ Tiefland
‱ Fotografien
‱ Nachlass
‱ Rezeption
‱ Siehe auch
‱ Weblinks

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Leben und Werk

Kindheit, Jugend und Tanzkarriere

Helene „Leni“ Riefenstahl kam am 22. August 1902 in der Prinz-Eugen-Straße 9, dritter Stock, Berlin-Wedding zur Welt. Dreieinhalb Jahre spĂ€ter wurde ihr Bruder Heinz (1906–1944) geboren.cite-ref-ml9-4-0[4] Ihr Vater Alfred Riefenstahl (1878–1944) war ein Handwerksmeister, der sich einen eigenen Installateurbetrieb aufgebaut hatte. Ihre Mutter Bertha Ida Riefenstahl (1880–1965, geborene Scherlach), als jĂŒngstes von 18 Kindern im WƂocƂawek (Kongresspolen) aufgewachsen, war NĂ€herin.cite-ref-ml9-4-1[4] Ihre ersten Lebensjahre wohnte Leni Riefenstahl mit ihrer Familie im Wedding, dann Neukölln, Schöneberg und Wilmersdorf. 1921 zog die Familie in ein eigenes Haus ins Umland nach Rauchfangswerder am Zeuthener See (heute: Berlin-Schmöckwitz).cite-ref-5[5]

Riefenstahl wurde 1908 in die Volksschule in Berlin-Neukölln eingeschult.cite-ref-ml15-6-0[6] Anschließend besuchte sie das Kollmorgensche Lyzeum, eine private Höhere Knaben- und MĂ€dchenschule in Berlin-Tiergarten, das sie 1918 mit der Mittleren Reife verließ.cite-ref-ml15-6-1[6] In ihrer Freizeit erhielt Riefenstahl Klavierunterricht und begeisterte sich schon in jungen Jahren fĂŒr Sport. Sie war Mitglied im Charlottenburger Damen-Schwimmclub Nixe,cite-ref-bh-7-0[7] trat einem Turnverein bei, fuhr Rollschuh, spielte Tennis, ruderte und segelte auf dem Zeuthener See.cite-ref-8[8] Nach ihrem Schulabschluss erhielt Riefenstahl fĂŒr kurze Zeit Mal- und Zeichenunterricht an der Staatlichen Kunstgewerbeschule in Berlin.cite-ref-ml17-9-0[9] Außerdem nahm sie hinter dem RĂŒcken ihres strengen Vaters, jedoch mit der UnterstĂŒtzung ihrer kunstbegeisterten Mutter, Tanzstunden an der Grimm-Reiter-Schulecite-ref-killy-10-0[10]cite-ref-ml17-9-1[9] am KurfĂŒrstendamm. Dort lernte sie unter anderem rhythmisches Turnen und Tanzen, Improvisation sowie Phantasietanz. Nachdem Riefenstahl bei einer Tanzveranstaltung der Schule im Berliner BlĂŒthnersaal fĂŒr die erkrankte Anita Berber eingesprungen war, erfuhr ihr Vater von den heimlichen Tanzstunden und schickte sie fĂŒr ein Jahr in ein Pensionat in Thale im Harz. Dort ĂŒbte sie weiter heimlich Tanzen, spielte Theater und besuchte mit ihrer Internatskameradin Hela Gruel die AuffĂŒhrungen der FreilichtbĂŒhne Thale. Von 1920 bis 1923 arbeitete Riefenstahl als SekretĂ€rin im Betrieb ihres Vaters, wo sie Maschinenschreiben, Stenografie und Buchhaltung lernte.

WĂ€hrend dieser Zeit durfte sie ihren Tanzunterricht an der Grimm-Reiter-Schule fortsetzen und nahm außerdem von 1921 bis 1923 Unterricht in klassischem Tanz (Ballett) bei Eugenie Eduardowa.cite-ref-bh-7-1[7] ZusĂ€tzlich lernte sie Ausdruckstanz an der Jutta-Klamt-Schule in der Fasanenstraße und nahm Boxunterricht bei Sabri Mahir. 1923 besuchte sie fĂŒr wenige Monate Mary Wigmans Tanzschule in Dresden, wo sie gemeinsam mit Gret Palucca, Vera Skoronel und Yvonne Georgi unterrichtet wurde.cite-ref-11[11] Im selben Jahr ging sie mit dem Tennisprofi Otto Froitzheim ihre erste ernsthafte Beziehung ein und lernte wĂ€hrend eines Badeurlaubs an der Ostsee den Bankier und spĂ€teren Filmproduzenten Harry R. Sokal kennen. Dieser finanzierte ihr DebĂŒt als Solo-TĂ€nzerin am 23. Oktober 1923 in MĂŒnchen. Es folgte eine sechsmonatige Tournee mit rund 70 Auftritten im In- und europĂ€ischen Ausland.cite-ref-killy-10-1[10] Außerdem wurde Riefenstahl von Max Reinhardt fĂŒr zweicite-ref-12[12] Solo-Auftritte in den Kammerspielen des Deutschen Theaters in Berlin engagiert.cite-ref-killy-10-2[10]cite-ref-13[13] Im Jahr 1924 unternahm Riefenstahl zusammen mit dem Komponisten Jaap Kool eine Studienreise nach New York City. Diesen hatte sie ĂŒber die Tanzgruppe von Jutta Klamt kennengelernt, fĂŒr die er StĂŒcke vertont hatte. Die Finanzierung dieser Studienreise ĂŒbernahm ein MĂ€zen, möglicherweise Sokal, den Riefenstahl ausfindig gemacht hatte. Ergebnis der Studienreise sollte die Komposition eines urbanen Tanzpoems fĂŒr Riefenstahl werden, das Kool fĂŒr sie schrieb. Ihre Verletzung durchkreuzte die Realisation.

Fred Hildenbrandt beschrieb Riefenstahls Tanzstil mit den Worten: „Dieses sehr schöne MĂ€dchen ringt wohl instĂ€ndig um einen Rang neben den dreien, die man ernst nimmt: der Impekoven, der Wigman, der Gert. Und wenn man dieses vollkommen gewachsene hohe Geschöpf in der Musik stehen sieht, weht eine Ahnung daher, dass es Herrlichkeiten im Tanz geben könnte, die keine von jenen dreien zu tragen und zu hĂŒten bekam, nicht der heroische Gongschlag der Mary, nicht der sĂŒĂŸe Geigenlauf der Niddy, nicht die grausame Trommel der Valeska: die Herrlichkeit der TĂ€nzerin, die alle tausend Jahre wiederkehrt. Aber dann beginnt dieses MĂ€dchen ihren Leib zu entfalten, die Ahnung verweht, der Glanz ergraut, der Klang verrostet [
].“cite-ref-14[14]cite-ref-15[15] Der Kunstkritiker und Tanzhistoriker John Schikowski urteilte im April 1924 ĂŒber Riefenstahls Darbietung bei einer Matinee an der VolksbĂŒhne Berlin: „Knie- und HĂŒftgelenke erscheinen zuweilen etwas eingerostet, die frĂŒher so wunderbar suggestive Sprache der Arme ist teilweise verstummt; an ihre Stelle trat ein Ă€ußerlich effektvolles, aber oft seelenloses Spiel der HĂ€nde.“cite-ref-16[16]

Im Sommer 1924 zog sich Riefenstahl bei einem Auftritt in Prag eine Knieverletzung zu, die ihre tĂ€nzerische BĂŒhnenkarriere beendete. Ein Jahr spĂ€ter trennte sie sich von Froitzheim, mit dem sie zwischenzeitlich verlobt gewesen war.

Schauspielkarriere

Ihr FilmdebĂŒt gab Riefenstahl in einer Gymnastikszene in dem Dokumentarfilm Wege zu Kraft und Schönheit aus dem Jahr 1925.cite-ref-17[17]

Im FrĂŒhjahr 1925 besuchte sie in einem Kino am Nollendorfplatz eine Vorstellung des 1924 erschienenen Stummfilms Der Berg des Schicksals des Regisseurs und Bergfilm-Pioniers Arnold Fanck. Der Film beeindruckte sie so sehr, dass sie beschloss, Schauspielerin zu werden. In einem Hotel in den Dolomiten traf sie auf Luis Trenker, der in Der Berg des Schicksals mitgespielt hatte. Er vermittelte ihr den Kontakt zu Fanck, der sich begeistert von Riefenstahl zeigte und beschloss, sie als Hauptdarstellerin fĂŒr sein nĂ€chstes Filmprojekt zu verpflichten: „Als ich Leni Riefenstahl sah, war mein erster Eindruck: Naturkind. Keine Schauspielerin, keine ‚Darstellerin‘. Diese Frau tanzt sich selbst. Man musste ihr also eine Rolle schreiben, die aus ihrem Wesen geboren ward.“cite-ref-18[18] Und so verfasste Fanck das Drehbuch zu dem Film Der heilige Berg, der von einer TĂ€nzerin handelt, in die sich zwei junge Bergsteiger, gespielt von Trenker und Ernst Petersen, verlieben. Im wirklichen Leben hatte Riefenstahl eine kurze AffĂ€re mit Trenker.cite-ref-19[19]

FĂŒr die 18 Monate dauernden Dreharbeiten erhielt sie eine Gage von 20.000 Reichsmark.cite-ref-20[20] WĂ€hrend der Außenaufnahmen, die in den Schweizer Alpen gemacht wurden, lernte Riefenstahl Skilaufen. Zudem ließ sie sich von Fanck die Funktionen der Filmkamera erklĂ€ren. Er zeigte ihr den Umgang mit Objektiven, den Einsatz verschiedener Brennweiten und die Wirkung von Farbfiltern. Nach dem Abschluss der Dreharbeiten unterwies der Regisseur sie außerdem im Entwickeln, Kopieren und Schneiden des Filmmaterials. Die UrauffĂŒhrung von Der heilige Berg folgte am 17. Dezember 1926 im Ufa-Palast am Zoo in Berlin. Knapp ein Jahr spĂ€ter kam er unter dem Titel The Holy Mountain auch in die US-amerikanischen Kinos. Riefenstahl erntete fĂŒr ihre schauspielerische Darbietung gemischte Kritiken. Die Berliner Morgenpost befand: „Schauspielerisch konnte Leni Riefenstahl nichts geben. Auch sah sie wenig vorteilhaft aus.“cite-ref-21[21] Oskar Kalbus hingegen meinte: „Zwischen diesen herrlichen MĂ€nnern steht eine fĂŒr die Kinoleinwand neue Frau: die junge TĂ€nzerin Leni Riefenstahl, ein beinahe unwahrscheinlich zartes, von feinsten Rhythmen beseeltes Geschöpf, keineswegs nur TĂ€nzerin, sondern auch Schauspielerin, die viel natĂŒrliche Innerlichkeit mitbringt.“cite-ref-22[22]

Riefenstahl sprach fĂŒr die Rolle des Gretchens in Friedrich Wilhelm Murnaus Filmepos Faust – eine deutsche Volkssage aus dem Jahr 1926 vor. Sie kam in die engere Auswahl, unterlag bei der Rollenvergabe aber der damals noch unbekannten Schauspielerin Camilla Horn. Von Mai bis November 1927 fanden, ebenfalls unter der Regie von Fanck, die körperlich sehr anstrengenden Dreharbeiten zu dem Sportfilm Der große Sprung in den Dolomiten statt. FĂŒr die Rolle lernte sie mit Hans Schneeberger, der neben Luis Trenker eine der beiden mĂ€nnlichen Hauptrollen spielte, Bergsteigen und -klettern. Privat gingen Riefenstahl und Schneeberger eine dreijĂ€hrige Beziehung ein. Die Premiere von Der große Sprung fand am 20. Dezember 1927 im Ufa-Palast am Zoo in Berlin statt. Der Film wurde ein Erfolg, legte Riefenstahl aber auf die Rolle der „Frau zwischen zwei MĂ€nnern“ im Abenteuer- und Bergmilieu fest, so dass andere Angebote ausblieben. Lediglich in Rolf RaffĂ©s wenig beachtetem Historiendrama Das Schicksal derer von Habsburg von 1928 gelang Riefenstahl mit der Verkörperung von Mary Vetsera ein Rollenwechsel.

Danach kehrte Riefenstahl mit dem von Harry R. Sokal produzierten Drama Die weiße Hölle vom Piz PalĂŒ ins Bergfilmgenre zurĂŒck. Die Außenaufnahmen, die das Filmteam ins Berninamassiv fĂŒhrten, wurden unter der Anweisung von Fanck gedreht, Georg Wilhelm Pabst ĂŒbernahm die Regie bei den Innendrehs. Riefenstahl hatte Pabst dazu ĂŒberredet, bei dem Projekt mitzuwirken, denn sie wollte unter seiner SchauspielfĂŒhrung, die schon Greta Garbo in Die freudlose Gasse (1925) zum Erfolg verholfen hatte, zu einer ernstzunehmenden Schauspielerin werden. Nach seiner UrauffĂŒhrung am 11. Oktober 1929 in Wien wurde das Werk ein großer nationaler und internationaler Erfolg und Riefenstahl erhielt fĂŒr ihre schauspielerische Leistung die erhoffte positive Resonanz. Die B.Z. am Mittag schrieb: „Leni Riefenstahl, schauspielerisch so gut wie noch nie zuvor, zeigt bei aller fraulichen Anmut jungenhafte Courage und Gewandtheit, sie ist die wohl sympathischste und brauchbarste Hochtouristin im deutschen Film.“cite-ref-pp-23-0[23] Das Berliner 8 Uhr Abendblatt stellte fest: „Leni Riefenstahl [
] hat in ihrer Körperlichkeit ganz große Szenen.“cite-ref-pp-23-1[23]

In Berlin lernte Riefenstahl Ende der 1920er Jahre den Regisseur Josef von Sternberg kennen. Sie besuchte ihn öfter bei seiner Arbeit in den UFA-Filmateliers in Babelsberg und soll sich laut dem Filmkritiker Hans Feld Hoffnungen auf die Rolle der Lola in von Sternbergs Heinrich-Mann-Verfilmung Der blaue Engel gemacht haben,cite-ref-24[24] mit der Marlene Dietrich 1930 zum internationalen Filmstar wurde. Von Sternbergs Angebot, ihn nach Hollywood zu begleiten, lehnte Riefenstahl aufgrund ihrer Beziehung zu Schneeberger ab. Dieser trennte sich kurze Zeit spÀter wegen einer anderen Frau von ihr.

Ihr nĂ€chster Film, StĂŒrme ĂŒber dem Mont Blanc aus dem Jahr 1930, wurde stumm gedreht und erst nach Abschluss der Dreharbeiten synchronisiert und musikalisch untermalt. Um den Sprung aus dem Stumm- in den Tonfilm zu schaffen, an dem viele erfolgreiche Stummfilmschauspieler wie Vilma BĂĄnky, Pola Negri oder Lars Hanson scheiterten, nahm Riefenstahl stimmbildenden Unterricht bei Eugen Herbert Kuchenbuch.cite-ref-25[25] 1931 erschien ihr zweiter Tonfilm, die Ski-Komödie Der weiße Rausch.

RegiedebĂŒt mit Das blaue Licht

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Hauptartikel

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Das blaue Licht (1932)

Neben der Schauspielerei begann Riefenstahl, DrehbĂŒcher und Drehberichte zu schreiben. Den ersten veröffentlichte sie in der Fachzeitschrift Film-Kurier ĂŒber Fancks Sportfilm Das weiße Stadion. 1931 schrieb sie die erste Fassung des Manuskripts fĂŒr ihren Film Das blaue Licht. Dieser handelt von einem geheimnisvollen, blauen Licht, das in VollmondnĂ€chten von einer Bergspitze herab scheint und die jungen MĂ€nner eines Bergdorfs magisch anzieht, die dann beim Aufstieg tödlich verunglĂŒcken. Das Drehbuch entwickelte sie zusammen mit dem jĂŒdischen Filmtheoretiker und Drehbuchautor BĂ©la BalĂĄzs sowie mit UnterstĂŒtzung von Carl Mayer.cite-ref-hl-26-0[26]cite-ref-27[27] Sie grĂŒndete ihre erste eigene Filmgesellschaft, die L.R. Studiofilm, und ĂŒberzeugte ihren MĂ€zen Harry R. Sokal, in das Projekt zu investieren. Riefenstahl ĂŒbernahm bei Das blaue Licht die weibliche Hauptrolle. Die Regie fĂŒhrte BĂ©la BalĂĄzs und Riefenstahl assistierte. Produzent war Harry R. Sokal. Die Dreharbeiten, bei denen Sarner Bauern als Laienschauspieler mitwirkten, fanden von Juli bis September 1931 statt. Der Film kam am 24. MĂ€rz 1932 in die Kinos und wurde trotz gemischter Kritiken ein Erfolg: Das New Yorker National Board of Review wĂ€hlte Das blaue Licht 1934 unter die Top Foreign Films und bei der Biennale in Venedig wurde der Film 1932 mit der Silbermedaille ausgezeichnet.

Am 27. Februar 1932 besuchte Riefenstahl eine Veranstaltung der Nationalsozialisten im Berliner Sportpalast, auf der Adolf Hitler eine Rede hielt. Bald darauf bat sie ihn in einem Brief um ein persönliches Treffen, zu dem es im Mai 1932 in Horumersiel bei Wilhelmshaven kam. Laut Riefenstahls Memoiren offenbarte ihr Hitler bei dieser Gelegenheit, dass sie ihn mit Das blaue Licht sehr beeindruckt habe, und er habe zu ihr gesagt: „Wenn wir einmal an die Macht kommen, dann mĂŒssen Sie meine Filme machen.“cite-ref-28[28] Wie sie ebenfalls schrieb, hatte sie wĂ€hrend Hitlers Rede „eine beinahe apokalyptische Vision“; die Erde sei ihr erschienen „wie eine Halbkugel, die sich plötzlich in der Mitte spaltet und aus der ein ungeheurer Wasserstrahl herausgeschleudert wurde“. Wie „gelĂ€hmt“ seien ihr „[u]nerwartete neue Gedanken“ durch den Kopf geschossen.cite-ref-29[29] In der Folgezeit war Riefenstahl hĂ€ufig zu Gast bei Feierlichkeiten und offiziellen EmpfĂ€ngen hoher NazifunktionĂ€re, lernte Joseph und Magda Goebbels, Hermann Göring, Albert Speer und Julius Streicher kennen.

Nach der nationalsozialistischen MachtĂŒbernahme forderte der im Exil befindliche BalĂĄzs von Riefenstahl das zunĂ€chst zurĂŒckgestellte Honorar fĂŒr seine Arbeit am Drehbuch fĂŒr Das blaue Licht.cite-ref-hl-26-1[26] Darauf schrieb Riefenstahl am 11. Dezember 1933 ihrem Freund Julius Streicher auf einem Papier des Nazitreffs Hotel Kaiserhof in Berlin eine Vollmacht: „Ich erteile Herrn Gauleiter Julius Streicher aus NĂŒrnberg – Herausgeber des StĂŒrmer Vollmacht in Sachen der Forderung des Juden BelĂĄ Balacs [sic] an mich. Leni Riefenstahl.“cite-ref-hl-26-2[26] So entledigte sich Riefenstahl mit Hilfe der Nazis ihres jĂŒdischen Koautors.cite-ref-30[30] BalĂĄzs’ Name verschwand in spĂ€teren Versionen aus dem Vorspann des Films vollstĂ€ndig und Regie, Buch und Bildbearbeitung wurden jetzt fĂ€lschlicherweise nur Riefenstahl zugesprochen.cite-ref-31[31]cite-ref-32[32]

In der deutsch-amerikanischen Koproduktion SOS Eisberg spielte Riefenstahl zum letzten Mal unter der Regie von Arnold Fanck. Die Dreharbeiten fĂŒhrten sie im Juni 1932 zunĂ€chst nach Grönland und Anfang 1933 in die Schweizer Alpen. Aus einer Artikelserie ĂŒber die Erlebnisse in Grönland, die sie fĂŒr die Zeitschrift Tempo schrieb, und aus VortrĂ€gen, die sie zum Film hielt, entstand das Buch Kampf in Schnee und Eis, das 1933 erschien. Die Filmpremiere fand am 30. August 1933 im Ufa-Palast am Zoo in Berlin statt. Zu diesem Zeitpunkt hatte Riefenstahl bereits mit den Dreharbeiten zu Der Sieg des Glaubens in NĂŒrnberg begonnen. Damit sie der ersten VorfĂŒhrung von SOS Eisberg in Berlin beiwohnen konnte, stellte Hitler ihr sein Privatflugzeug zur VerfĂŒgung, das sie noch am selben Abend zurĂŒck nach NĂŒrnberg brachte.cite-ref-33[33] Die US-amerikanische Fassung SOS Iceberg wurde am 22. September 1933 in New York uraufgefĂŒhrt.

Reichsparteitagstrilogie

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Hauptartikel

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Der Sieg des Glaubens

Mit Der Sieg des Glaubens entstand der erste von insgesamt drei NS-Propagandafilmen, die Riefenstahl in den Jahren 1933 bis 1935 ĂŒber die Reichsparteitage der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei in NĂŒrnberg drehte und die auch als „Reichsparteitagstrilogie“ bezeichnet werden. Den Auftrag fĂŒr Der Sieg des Glaubens erteilte ihr das Reichspropagandaministerium unter der Leitung Joseph Goebbels’.cite-ref-killy-10-3[10]cite-ref-34[34] Dieser hatte am 17. Mai 1933 in seinem Tagebuch notiert: „Nachmittags. Leni Riefenstahl. Ich mache ihr den Vorschlag eines Hitlerfilms. Sie ist begeistert davon.“cite-ref-ray-35-0[35]

Da Riefenstahl weder NSDAP-Mitglied warcite-ref-sz-36-0[36] noch Erfahrung im Dokumentarfilmgenre hatte und obendrein eine Frau war, stieß die Entscheidung, sie fĂŒr das Projekt zu verpflichten, zunĂ€chst auf Unmut innerhalb der Partei. Parteigenossen wie Arnold Raether und Eberhard Fangauf, die in der Hauptabteilung IV (Film) des Reichspropagandaministeriums tĂ€tig waren,cite-ref-37[37] versuchten Riefenstahl zu sabotieren, indem sie ihr Filmmaterial und Kameraleute verweigerten und den Nachweis ihrer arischen Abstammung verlangten.cite-ref-38[38] Auch Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß versuchte, sie aus dem Projekt zu drĂ€ngen, indem er sie der „FĂŒhrerbeleidigung“ bezichtigte. Riefenstahl gelang es jedoch, sich gegen ihre Gegner in der Partei zu behaupten, wobei ihr die Protektion Hitlers half. Dieser wollte keine nĂŒchterne Schilderung des fĂŒnften Reichsparteitages, sondern eine auf ihn ausgerichtete propagandistische Inszenierung, die den Zuschauer beeindrucken und begeistern sollte. Hierbei vertraute er auf das kĂŒnstlerische Talent und die Vision Riefenstahls.

Sie ĂŒbernahm die Regie, schrieb das Drehbuch und wĂ€hlte Sepp Allgeier, Franz Weihmayr und Walter Frentz als KameramĂ€nner aus. Die Dreharbeiten zu Der Sieg des Glaubens fanden in der Zeit vom 27. August bis 5. September 1933 statt, der Parteitag selbst wurde vom 30. August bis 3. September 1933 abgehalten. Anschließend schnitt sie den 60-minĂŒtigen Film aus rund 16.000 Metern Filmmaterial zusammen. Der Sieg des Glaubens hatte am 1. Dezember 1933 Premiere und wurde begeistert aufgenommen. Riefenstahl selbst war hingegen mit der Endfassung des Films aufgrund einiger Ă€sthetischer Unvollkommenheiten nicht zufrieden.cite-ref-zbe-39-0[39] Man habe ihr keine ausreichende Zeit zur Vorbereitung gelassen und sie wĂ€hrend des Drehs bei ihrer Arbeit behindert, so dass ihr am Ende nur wenig verwertbares Filmmaterial zur VerfĂŒgung gestanden habe.cite-ref-40[40] Sie beschwerte sich bei Hitler und verĂ€rgerte damit Goebbels.

Nach dem Röhm-Putsch im Sommer 1934 wurde der Film wieder aus dem Verkehr gezogen, da er den SA-Stabschef Ernst Röhm noch als „zweitwichtigsten Mann“ an Hitlers Seite zeigte.cite-ref-41[41]

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Triumph des Willens

Hitler persönlich beauftragte Riefenstahl, auch den sechsten Reichsparteitag der NSDAP, der vom 5. bis 10. September 1934 in NĂŒrnberg stattfand und zu dem eine halbe Million Menschen erwartet wurden, filmisch zu inszenieren. Er ließ ihr alle kĂŒnstlerischen Freiheiten und die NSDAPcite-ref-killy-10-4[10] stellte der „Reichsfilmregisseurin“cite-ref-42[42] nahezu unbegrenzte Mittel und ein Team von 170 Mitarbeitern, darunter 36 KameramĂ€nner und neun FlugkameramĂ€nner, zur VerfĂŒgung.cite-ref-43[43] Sie benötigte sieben Monate fĂŒr die Fertigstellung des rund 110 Minuten dauernden Films, der bei seiner UrauffĂŒhrung am 28. MĂ€rz 1935 im Ufa-Palast in Berlin ein großer Erfolg wurde. Im darauffolgenden Monat lief er in 70 deutschen StĂ€dten im Kino an, wo er fĂŒr Rekordeinspielergebnisse sorgte.cite-ref-loip-44-0[44]

Riefenstahl hatte mit innovativen Montagetechniken, ungewöhnlicher KamerafĂŒhrung und suggestiver musikalischer Untermalung einen Film geschaffen, der eines der wichtigsten Propagandamittel der Nationalsozialisten wurde. Mehr als 20 Mio. Deutsche sahen den Film,cite-ref-zbe-39-1[39] der auch in Schulen vorgefĂŒhrt wurde.cite-ref-loip-44-1[44]cite-ref-45[45] ZusĂ€tzlich veröffentlichte Riefenstahl das Buch Hinter den Kulissen des Reichsparteitagsfilms.cite-ref-46[46] FĂŒr Triumph des Willens erhielt Riefenstahl den Nationalen Filmpreis 1934/35, den Preis fĂŒr den besten auslĂ€ndischen Dokumentarfilm bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 1935 und den Grand Prix bei der Pariser Weltfachausstellung 1937.

Durch die aufwĂ€ndigen Dreharbeiten zu Triumph des Willens wurden zahlreiche andere Produktionen der ĂŒbrigen NS-Filme vernachlĂ€ssigt. Dies fĂŒhrte zu weiteren Anfeindungen zwischen Goebbels und der Filmemacherin.

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Tag der Freiheit! – Unsere Wehrmacht

AnlĂ€sslich der WiedereinfĂŒhrung der allgemeinen Wehrpflichtcite-ref-47[47] und weil im September 1934 wegen schlechter WitterungsverhĂ€ltnisse keine brauchbaren Aufnahmen von der Wehrmacht fĂŒr die Dokumentation Triumph des Willens gemacht werden konnten,cite-ref-48[48] drehte Riefenstahl beim siebten Reichsparteitag der NSDAP im September 1935 den 28-minĂŒtigen Kurzfilm Tag der Freiheit! – Unsere Wehrmacht. Die Premiere des dritten und letzten Teils der Reichsparteitagstrilogie fand am 30. Dezember 1935 in Berlin statt. Der Film demonstriert fĂŒr die meisten Kritiker der Nachkriegszeit eine Armee, die sich fĂŒr einen Angriffskrieg rĂŒstet. Im Interview mit Ray MĂŒller fĂŒr den Dokumentarfilm Die Macht der Bilder von 1993 meinte Riefenstahl jedoch, sie habe nur eine Übung, eine Show gefilmt, „Weiter nichts.“

Am 26. Februar 1936 wurde Riefenstahl vom italienischen Diktator Benito Mussolini in Rom empfangen.cite-ref-49[49] Der „Duce“ hatte die Reichsparteitagstrilogie gesehen und wollte Hitlers Regisseurin fĂŒr die Verfilmung der Trockenlegung der Pontinischen SĂŒmpfe gewinnen. Riefenstahl lehnte dieses Angebot jedoch unter Hinweis auf ihr kommendes Projekt – die Verfilmung der Olympischen Sommerspiele in Berlin 1936 – ab.

Olympia-Filme

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Olympia (Film)

Riefenstahl wurde nach eigenen Angaben von Carl Diem, dem GeneralsekretĂ€r des Organisationskomitees, mit der Verfilmung der XI. Olympischen Spiele beauftragt.cite-ref-50[50] Das Projekt wurde vom Reichsministerium fĂŒr VolksaufklĂ€rung und Propaganda finanziert. Um die staatliche Beteiligung zu verschleiern, wurde die Olympia-Film GmbH „auf Veranlassung des Reichs und mit Mitteln des Reichs gegrĂŒndet.“cite-ref-51[51] Als Gesellschafter traten Riefenstahl und ihr Bruder Heinz Riefenstahl auf. FĂŒr die Produktion stellte das Ministerium ein Budget in Höhe von 1,8 Mio. Reichsmark zur VerfĂŒgung, Riefenstahl erhielt ein Honorar von 400.000 RM.cite-ref-52[52]

Im Herbst 1935 begann Riefenstahl mit den Vorbereitungen der Dreharbeiten. Sie stellte ein großes Kamerateam zusammen,cite-ref-53[53] darunter Walter Frentz, Willy Zielke, Gustav Lantschner und Hans Ertl, das im Mai 1936 die ersten Probeaufnahmen anfertigte. Die eigentlichen Dreharbeiten begannen zwei Monate vor Beginn der Olympischen Spiele mit der Aufzeichnung des Prologs und dem Fackellauf, gefolgt von der Eröffnungsfeier am 1. August 1936. Pro Wettkampftag entstanden rund 15.000–16.000 Meter Filmmaterial,cite-ref-54[54] insgesamt summierte sich das Material nach dem Abschluss der Dreharbeiten auf 400.000 Filmmeter.cite-ref-55[55] Zehn Monate lang sichtete, archivierte und montierte Riefenstahl das Filmmaterial zu den beiden Olympia-Filmen Fest der Völker und Fest der Schönheit zusammen.cite-ref-56[56]

Da sie verschwenderisch mit ihrem Budget umging und immer höhere Forderungen an das Propagandaministerium stellte, kam es zu erneuten Differenzen mit Goebbels, der am 6. November 1936 in seinem Tagebuch notierte: „Frl. Riefenstahl macht mir ihre Hysterien vor. Mit diesen wilden Frauen ist nicht zu arbeiten. Nun will sie fĂŒr ihren Film eine œ Million mehr und zwei daraus machen. [
] Sie weint. Das ist die letzte Waffe der Frauen. Aber bei mir wirkt das nicht mehr.“cite-ref-57[57] Hitler persönlich ordnete ein Versöhnungstreffen in Gegenwart von Pressefotografen im Sommer 1937 in der Villa Riefenstahl in Berlin an, welche die Regisseurin kurz zuvor bezogen hatte. Zeit ihres Lebens behauptete Riefenstahl, eine tiefe, auf Gegenseitigkeit beruhende Abneigung gegen Goebbels gehegt zu haben. Er habe ihr sexuelle Avancen gemacht und ihr nicht verzeihen können, dass sie diese abgelehnt habe.cite-ref-ray-35-1[35]

Am 20. April 1938 – Hitlers 49. Geburtstag – wurden beide Teile des Olympia-Films im Ufa-Palast am Zoo in Berlin uraufgefĂŒhrt und vom Publikum begeistert aufgenommen. Die deutsche Presse, der die freie Kunstkritik aufgrund Goebbels’ „Kunstbetrachter-Erlasses“ seit Ende 1936 untersagt war, berichtete ausnahmslos positiv. FĂŒr den internationalen Verleih fertigte Riefenstahl eine englische, eine französische und eine italienische Version von Olympia an und reiste anschließend durch Europa, um den Film zu vermarkten. Auch hier wurde Olympia zum Erfolg, einzig Großbritannien verweigerte die AuffĂŒhrung.cite-ref-58[58] Neben dem Deutschen Nationalen Filmpreis 1937/38 erhielt Riefenstahl fĂŒr die Olympia-Filme 1938 den Coppa Mussolini, den schwedischen Polar-Preis, den Ehrenpreis der Regierung von Griechenland sowie 1941 den japanischen Kinema Junpo Award und 1948 das Olympische Diplom zur Olympischen Goldmedaille vom Internationalen Olympischen Komitee beim Filmfestival in Lausanne.cite-ref-bhs-59-0[59]

Da sie mit Olympia den ĂŒberragenden Erfolg US-amerikanischer Athleten wie Jesse Owens und Forrest Towns dokumentiert hatte, hoffte Riefenstahl, in den Vereinigten Staaten im FilmgeschĂ€ft Fuß fassen zu können. Das US-amerikanische TIME Magazine hatte der Regisseurin bereits im Februar 1936 eine Titelseite mit der Bildunterschrift „Hitler’s Leni Riefenstahl“ gewidmet. Als sie jedoch im November 1938 mit den Olympia-Filmen im GepĂ€ck an Bord der Europa nach New York reiste, wurde sie dort mit der Nachricht von der Reichspogromnacht, die sich vom 9. auf den 10. November 1938 ereignet hatte, konfrontiert. Die Anti-Nazi-League und das Motion Picture Artists Committee riefen zum Boykott der Olympia-Filme auf und in Hollywood hingen Anti-Riefenstahl-Plakate. Zu den wenigen, die Riefenstahl empfingen, gehörten der Regisseur King Vidor, der Filmproduzent Walt Disney und die Filmgesellschaft Metro-Goldwyn-Mayer. Die Treffen verliefen jedoch ergebnislos, und so kehrte sie im Januar 1939 nach Deutschland zurĂŒck.

Sonderfilmtrupp Riefenstahl

Im MĂ€rz 1939 sprach Riefenstahl mit Albert Speer ĂŒber den Bau eines 225.000 Quadratmeter großen und eigens fĂŒr ihre BedĂŒrfnisse zugeschnittenen FilmstudiogelĂ€ndes, dessen Kosten vollstĂ€ndig von der NSDAP ĂŒbernommen werden sollten.cite-ref-jens-60-0[60]cite-ref-61[61] Aufgrund des Zweiten Weltkriegs wurde dieses Bauvorhaben jedoch nie vollendet. Seit Jahresanfang 1939 bereitete Riefenstahl außerdem die Verfilmung von Kleists Drama Penthesilea vor, bei der sie selbst die Rolle der Amazonenkönigin ĂŒbernehmen wollte. Sie grĂŒndete die Leni Riefenstahl-Film GmbH und zog sich zum Schreiben des Drehbuchs auf Sylt zurĂŒck. Im SpĂ€tsommer 1939 sollten die Dreharbeiten in Libyen beginnen, dieser Plan wurde jedoch durch den Kriegsausbruch am 1. September 1939 vereitelt.

Auf Anordnung Hitlers wurde der „Sonderfilmtrupp Riefenstahl“ gebildet,cite-ref-62[62] dem neben der Regisseurin der Tonmeister Hermann Storr, Walter Traut, die BrĂŒder Gustav und Otto Lantschner, Sepp Allgeier und vier weitere Techniker angehörten. Ausgestattet wurden sie mit zwei sechssitzigen Mercedes-Limousinen, einem BMW-Motorrad mit Beiwagen sowie Tankkarten fĂŒr 700 Liter Benzin, einem Tonfilmwagen sowie selbst entworfenen Phantasieuniformen mit Gasmasken und Taschenpistolen. Der Filmtrupp machte sich am 10. September 1939 auf den Weg an die Ostfront, um den Überfall auf Polen zu dokumentieren.cite-ref-63[63] Nach Riefenstahls Angaben habe sie sich nĂŒtzlich machen wollen.cite-ref-jens-60-1[60]

Mehrere Schwarz-Weiß-Fotos dokumentieren, dass Riefenstahl und ihr Sonderfilmtrupp am 12. September 1939 Zeugen eines Massakers der deutschen Wehrmacht an mehr als 20 wehrlosen Juden in der polnischen Kleinstadt KoƄskie wurden. Eines dieser Fotos, das ein deutscher Landser von ihr gemacht hatte, ist mit dem Satz „Leni Riefenstahl fĂ€llt beim Anblick der toten Juden in Ohnmacht.“ beschriftet.cite-ref-bm-64-0[64]cite-ref-65[65] Riefenstahl behauptete spĂ€ter jedoch, nur „in der Ferne“ SchĂŒsse gehört zu haben. „Weder ich noch meine Mitarbeiter haben etwas gesehen!“cite-ref-66[66] Ihren verstörten Gesichtsausdruck auf dem Foto erklĂ€rte sie damit, Soldaten hĂ€tten sie wegen ihres Protests gegen die grobe Behandlung der jĂŒdischen Gefangenen bedroht. Dieser Darstellung widerspricht die Ă€hnlich schockierte Mimik des von ihr wegschauenden Soldaten neben ihr. In seinen Memoiren bestĂ€tigt der Generalfeldmarschall Erich von Manstein Riefenstahls Anwesenheit auf dem Marktplatz. In einem Verfahren gegen Manstein sagte einer seiner Stabsoffiziere 1949 aus, dass Riefenstahl beim kommandierenden Offizier der Einheit, General von Reichenau, protestiert hatte, der daraufhin den fĂŒr das Massaker verantwortlichen Offizier Bruno Kleinmichel zu zwei Jahren Haft verurteilt und degradiert hatte. Nur zwei Tage spĂ€ter war Kleinmichel allerdings aufgrund eines allgemeinen Gnadenerlasses Hitlers fĂŒr alle wĂ€hrend der Eroberung Polens begangenen Taten wieder freigekommen. Dass die Opfer des Massakers Juden waren, verschwieg Riefenstahl in ihren Memoiren; sie nennt sie nur Polen. Ihrer Behauptung, sie habe aus Entsetzen die Dreharbeiten sofort abgebrochen, steht die Tatsache entgegen, dass sie noch bis Ende September 1939 mit ihnen beschĂ€ftigt war.cite-ref-67[67]

Noch vor der Kapitulation der letzten polnischen StreitkrĂ€fte wohnte Riefenstahl am 5. Oktober 1939 der Siegesparade der deutschen Truppen in Warschau als Zuschauerin bei, wĂ€hrend Sepp Allgeier und die BrĂŒder Lantschner die Parade unter der Regie von Fritz Hippler filmten. Das Angebot Goebbels’, einen Dokumentarfilm ĂŒber die „Siegfriedlinie“ zu drehen, lehnte sie ab.cite-ref-68[68]

Nach dem Einmarsch deutscher VerbĂ€nde in Paris am 14. Juni 1940 telegrafierte sie am selben Tag ins FĂŒhrerhauptquartier: „Mit unbeschreiblicher Freude, tief bewegt und erfĂŒllt mit heißem Dank, erleben wir mit Ihnen mein FĂŒhrer, Ihren und Deutschlands grĂ¶ĂŸten Sieg, den Einzug Deutscher Truppen in Paris. Mehr als jede Vorstellungskraft menschlicher Phantasie vollbringen Sie Taten, die ohnegleichen in der Geschichte der Menschheit sind. Wie sollen wir Ihnen nur danken? GlĂŒckwĂŒnsche auszusprechen, das ist viel zu wenig, um Ihnen die GefĂŒhle auszusprechen, die mich bewegen.“cite-ref-jens-60-2[60] SpĂ€ter erklĂ€rte sie, dass sie zu diesem Zeitpunkt geglaubt habe, dass der Krieg mit der Eroberung der französischen Hauptstadt ein baldiges Ende finden wĂŒrde und sie habe mit dem Telegramm lediglich ihre Freude und Erleichterung darĂŒber zum Ausdruck bringen wollen.cite-ref-ray-35-2[35]

Tiefland

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Hauptartikel

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Tiefland (Film)

Bereits in den 1930er Jahren hatte es Bestrebungen Riefenstahls gegeben, Eugen d’Alberts Oper Tiefland zu verfilmen, aber erst unter einem Vertrag mit der Tobis konnte sie das Projekt realisieren. Sie ĂŒbernahm die weibliche Hauptrolle und fungierte als Regisseurin, Koproduzentin sowie Drehbuchautorin. Die Dreharbeiten begannen wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs am 1. August 1940.cite-ref-ujk-69-0[69] Da die Außenaufnahmen aufgrund des Einmarsches italienischer Truppen in SĂŒdfrankreich nicht in den PyrenĂ€en – wo die Handlung des Films spielt – gedreht werden konnten, wurde der Drehort unter anderem nach KrĂŒn und Mittenwald verlegt. Die Innenaufnahmen wurden ab 1942 in den Tobis-Filmateliers von Berlin-Johannisthal, der UFA-Stadt in Babelsberg und 1944 – um den Bombardements auf das Reichsgebiet zu entgehen – in den Barrandov-Ateliers in Prag gedreht.cite-ref-ujk-69-1[69] Um ihrem Film dennoch AuthentizitĂ€t zu verleihen, besetzte Riefenstahl die Komparsenrollen mit sĂŒdlĂ€ndisch aussehenden Sinti und Roma, die aus den Zwangslagern Salzburg-Maxglan und Berlin-Marzahn Rastplatz rekrutiert wurden.cite-ref-bz-70-0[70]cite-ref-faz-71-0[71] Nach Abschluss der Dreharbeiten wurden sie ins „Zigeunerlager Auschwitz“ deportiert, wo die meisten von ihnen ermordet wurden.cite-ref-bz-70-1[70]cite-ref-rg-72-0[72]cite-ref-zeit-73-0[73]

Am 21. MĂ€rz 1944 heiratete Riefenstahl in KitzbĂŒhel den GebirgsjĂ€ger-Offizier Peter Jacob, den sie 1940 wĂ€hrend der Dreharbeiten in Mittenwald kennengelernt hatte.cite-ref-74[74] Kurz nach ihrer Hochzeit kam es auf dem Berghof am Obersalzberg zum letzten persönlichen Treffen von Riefenstahl und Hitler. Im Juli 1944 starb Riefenstahls Vater Alfred an einem Herzleiden, wenige Tage spĂ€ter fiel ihr Bruder Heinz, dessen Unabkömmlichstellung Anfang 1943 aufgehoben worden war, an der Ostfront.

Nach dem Kriegsende im Mai 1945 gelangte das ungeschnittene Tiefland-Filmmaterial in die HĂ€nde der französischen Besatzungsmacht, die es bis 1953 unter Verschluss hielt.cite-ref-75[75] Riefenstahl konnte Tiefland erst Ende 1953 fertigstellen, seine UrauffĂŒhrung folgte am 11. Februar 1954 in Stuttgart.

1949 prozessierte Riefenstahl gegen die MĂŒnchener Revue wegen der Behauptung, die Zigeuner-Komparsen nicht entlohnt und von ihrer Deportation ins „Zigeunerlager Auschwitz“ gewusst zu haben. Der Prozess endete zu ihren Gunsten.cite-ref-76[76] In den 1980er Jahren griff die Freiburger Filmemacherin Nina Gladitz die VorwĂŒrfe in ihrem Dokumentarfilm Zeit des Schweigens und der Dunkelheit erneut auf. Riefenstahl sah sich durch den Film in ihrer Ehre verletzt und zog gegen Gladitz vor Gericht. In der zweiten und letzten Instanz entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe, dass der Dokumentarfilm weiterhin die Aussage treffen dĂŒrfe, dass Riefenstahl die Sinti und Roma zwangsverpflichtet und nicht entlohnt habe. Herausschneiden musste Gladitz hingegen die Behauptung, Riefenstahl habe von der geplanten Deportation und Ermordung ihrer Komparsen gewusst.cite-ref-zeit-73-1[73] Als die Riefenstahl-Film GmbH am 6. April 1943 die fĂŒr Juden und „Zigeuner“ fĂ€llige Sonderausgleichsabgabe fĂŒr 68 Berliner Sinti zahlte, waren diese schon seit MĂ€rz ins „Zigeunerlager Auschwitz“ deportiert.cite-ref-rg-72-1[72]

In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau am 27. April 2002 behauptete Riefenstahl: „Wir haben alle Zigeuner, die in Tiefland mitgewirkt haben, nach Kriegsende wiedergesehen. Keinem einzigen ist etwas passiert.“cite-ref-77[77] Nachdem der Verein Rom e. V. Strafantrag gestellt hatte, kam es zu einem staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahren gegen Riefenstahl wegen Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener, das jedoch aufgrund mangelnden öffentlichen Interesses eingestellt wurde. Die Filmemacherin hatte sich zuvor in einer UnterlassungserklĂ€rung verpflichtet, derartige Behauptungen nicht lĂ€nger aufzustellen,cite-ref-78[78] und in einer öffentlichen Stellungnahme ihr Bedauern ĂŒber die Verfolgung und das in den Konzentrationslagern erlittene Leid der Sinti und Roma geĂ€ußert.cite-ref-79[79]

Nachkriegszeit

Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa wurde Riefenstahl in ihrem Haus bei KitzbĂŒhel im April 1945 verhaftet und in das Gefangenenlager der 7. US-Armee nach Dachau gebracht, wo sie mehrfach zu ihrer Rolle im Dritten Reich verhört und mit Bildern aus den Konzentrationslagern konfrontiert wurde. Am 3. Juni 1945 wurde sie aus der Haft entlassen und kehrte in das inzwischen von den Franzosen besetzte KitzbĂŒhel zurĂŒck. Ein knappes Jahr spĂ€ter, am 15. April 1946, wurden Riefenstahl, ihr Ehemann und ihre Mutter aus Österreich ausgewiesen, woraufhin sie sich in Königsfeld im Schwarzwald niederließen. Im Mai 1947 wurde Riefenstahl von der französischen Besatzungsmacht wegen angeblicher Depressionen in eine psychiatrische Anstalt in Freiburg eingewiesen, in der sie nach eigener Aussage mehrere Monate lang mit Elektroschocks behandelt wurde.cite-ref-as-80-0[80] Im Sommer 1947 wurde ihre Ehe mit Peter Jacob geschieden.

Nach ihrer Entlassung aus der Anstalt zog Riefenstahl mit ihrer Mutter nach MĂŒnchen-Schwabing. In den Jahren 1948 bis 1952 wurde sie in vier Spruchkammerverfahren entnazifiziert. In den ersten beiden Verfahren in Villingen im November 1948 und Juli 1949 in Freiburg wurde sie als „nicht betroffen“ eingestuft. Im dritten Spruchkammerverfahren wiederum in Freiburg wurde sie am 16. Dezember 1949 zur „MitlĂ€uferin“ des Naziregimes erklĂ€rt. Diese Einstufung, mit der außer dem Verlust des passiven Wahlrechtscite-ref-81[81] keine Sanktionen verbunden waren, wurde mit dem Beschluss der Berliner Spruchkammer vom 21. April 1952 endgĂŒltig bestĂ€tigt.cite-ref-traum-82-0[82]cite-ref-83[83]cite-ref-84[84] Obwohl ihr kein Berufsverbot erteilt wurde, konnte Riefenstahl nach 1945 – abgesehen von der Fertigstellung des Films Tiefland – kein weiteres Filmprojekt realisieren. Ihre Beteiligung an der nationalsozialistischen Propaganda und ihre NĂ€he zu Hitler blieben als Makel an ihr haften, weshalb sich viele Investoren im deutschen NachkriegsfilmgeschĂ€ft von ihr distanzierten. Harry R. Sokal, der zwischen 1923 und 1932 viele ihrer Projekte unterstĂŒtzt hatte und der auch nach 1945 den Kontakt zu ihr hielt, verfĂŒgte nach dem Krieg nicht mehr ĂŒber die nötigen finanziellen Mittel. So blieben die von ihr geschriebenen DrehbĂŒcher Der TĂ€nzer von Florenz, Ewige Gipfel und Die roten Teufel unverfilmt und auch fĂŒr den Streifen Friedrich der Große und Voltaire, bei dem Jean Cocteau unter ihrer Regie eine Doppelrolle spielen wollte, fand sich kein Produzent. Sie selber habe auch in einer Zeit, welche ihre Ideale nicht mehr kenne, jene gar „gemordet“ seien, keinen Antrieb mehr, etwas zu sagen, schrieb sie in einem privaten Brief 1948.cite-ref-85[85]

Inspiriert von Ernest Hemingways Jagdgeschichte Die grĂŒnen HĂŒgel Afrikas reiste Riefenstahl Mitte der 1950er Jahre nach Kenia und in den Sudan. Dort wollte sie unter dem Titel Die schwarze Fracht einen Film ĂŒber den modernen Sklavenhandel zwischen Ostafrika und den sĂŒdarabischen LĂ€ndern drehen. Eigens dazu grĂŒndete sie im Juli 1956 mit Walter Traut die Stern-Film GmbH und begab sich im Norden Kenias auf die Suche nach geeigneten Drehorten und Darstellern. Ihre Reisen brauchten das ihr zur VerfĂŒgung stehende Budget jedoch schon nach kurzer Zeit auf, weshalb auch dieses Filmvorhaben scheiterte. Zwei weitere Afrika-Projekte, der Film Afrikanische Symphonie und die Dokumentation Der Nil, ließen sich ebenfalls aus finanziellen GrĂŒnden nicht umsetzen.

Fotografien

Ein Bild des britischen Fotografen George Rodger, das in einer Ausgabe des Sterns abgedruckt war und zwei muskulöse, mit weißer Asche bestĂ€ubte Nuba-RingkĂ€mpfer zeigte, weckte Riefenstahls Interesse an der sudanesischen Volksgruppe. 1962 begab sie sich auf eine Expedition in den Sudan, wo sie auf die Masakin-Qisar, einen der etwa 100 Nuba-StĂ€mme, traf. Sie blieb bis August 1963 bei dem Stamm und belichtete mehr als 200 Farbfilme. Fortan besuchte sie die Nuba alle zwei Jahre, studierte ihre Lebensweise und erlernte nach eigenen Angaben ihre Sprache, letzteres ist allerdings unbelegt. Begleitet wurde die erste Expedition von einem Mitarbeiter der Firma ARRI MĂŒnchen, welche auch alles finanzierte, da Leni Riefenstahl bis zu diesem Zeitpunkt mittellos bei ihrer Mutter lebte. SpĂ€tere Expeditionen fanden in Begleitung ihres LebensgefĂ€hrten Horst Kettner statt, der ihr assistierte und den sie zum Kameramann ausbildete.

Die ersten Nuba-Fotos Riefenstahls wurden 1964 in der Illustrierten Kristall veröffentlicht.cite-ref-86[86] Es folgten eine Fotoserie mit dem Titel African Kingdom im Time Life Verlag sowie Fotostrecken in der französischen Paris Match, der italienischen Wochenzeitschrift L’Europeo und im US-amerikanischen Life Magazine.cite-ref-sz-36-1[36] Im Dezember 1969 brachte der Stern die mit 20 Aufnahmen illustrierte Titelgeschichte Leni Riefenstahl fotografierte die Nuba – Bilder die noch keiner sah heraus.

Bei den Olympischen Spielen in MĂŒnchen 1972 arbeitete sie als akkreditierte Fotografin fĂŒr die Sunday Times. 1973 veröffentlichte sie ihren ersten Bildband mit dem Titel Die Nuba – Menschen wie vom anderen Stern, mit dem ihr der internationale Durchbruch als Fotografin gelang. Die darin enthaltenen Fotografien dokumentieren vor allem die alltĂ€glichen AblĂ€ufe der Nuba wie die Ernte, Körperbemalungen und rituelle KĂ€mpfe zwischen den MĂ€nnern. Im selben Jahr wurde ihr fĂŒr ihre Verdienste um den Sudan von StaatsprĂ€sident Dschafar an-Numairi ehrenhalber die sudanesische StaatsbĂŒrgerschaft verliehen. 1974 fotografierte Riefenstahl Mick und Bianca Jagger fĂŒr eine Bildstrecke in der Sunday Times. Sieben AbzĂŒge aus dieser Serie wurden von Riefenstahl signiert und im Jahr 2014 fĂŒr 45.600 Euro bei einer Auktion in Wien versteigert.cite-ref-87[87] 1975 erschienen weitere ihrer Nuba-Bilder in der von Rolf Gillhausen konzipierten Fotostrecke Das Fest der Messer und der Liebe im Stern. Ein Jahr spĂ€ter brachte sie ihren zweiten erfolgreichen Bildband Die Nuba von Kau heraus, in dem sie den Schwerpunkt auf PortrĂ€taufnahmen und Bilder von Zeremonien mit tanzenden Frauen legte. FĂŒr Die Nuba von Kau hatte Riefenstahl mit Teleobjektiven und großen Brennweiten fotografiert; damit erreichte sie einen verschwimmenden Hintergrund, wĂ€hrend der Vordergrund umso deutlicher hervortritt. Mit Mein Afrika folgte 1982 ein dritter Bildband mit Riefenstahl-Fotografien des Schwarzen Kontinents.

Im Alter von 71 Jahren absolvierte Riefenstahl einen Tauchlehrgang in Kenia.cite-ref-sz-36-2[36]cite-ref-traum-82-1[82]cite-ref-lemo-88-0[88] Um zur TauchscheinprĂŒfung zugelassen zu werden, hatte sie sich als 20 Jahre jĂŒnger ausgegeben. Ihre Tauchausbildung ermöglichte es ihr, sich als Unterwasserfotografin zu betĂ€tigen und die BildbĂ€nde KorallengĂ€rten (1978) und Wunder unter Wasser (1990) zu veröffentlichen. Von 1979 an lebte Riefenstahl in einer selbst entworfenen Villa mit 1700 mÂČ GrundstĂŒck in Pöcking am Starnberger See.cite-ref-89[89]

Die letzten Jahre

Im Jahr 1987 veröffentlichte Riefenstahl ihre Memoiren, an denen sie bereits seit 1982 gearbeitet hatte. Sie wurden in mehrere Sprachen ĂŒbersetzt und rangierten vor allem im Ausland auf den Bestseller-Listen.cite-ref-nyt-90-0[90] In den 1990er Jahren wurden weltweit eine Reihe von Leni-Riefenstahl-Ausstellungen eröffnet, die sich mit der KĂŒnstlerin und ihrem Werk befassten. Den Anfang machte die von der japanischen Designerin Eiko Ishioka konzipierte Exposition Leni Riefenstahl – Life im Bunkamura Museum in Shibuya, Tokio, bei deren Eröffnungsfeier im Dezember 1991 Riefenstahl anwesend war.

1992 wirkte Riefenstahl an ihrer Filmbiografie Die Macht der Bilder des Regisseurs Ray MĂŒller mit. Sie gab ihm ausfĂŒhrliche Interviews, besuchte die Drehorte ihrer Filme und gewĂ€hrte Einblick in ihren Arbeitsalltag. Außerdem durfte MĂŒller sie bei der Feier zu ihrem 90. Geburtstag und bei Fototerminen mit Siegfried und Roy in Las Vegas sowie mit Helmut Newton filmen. Die Macht der Bilder wurde 1993 veröffentlicht und mit dem Emmy ausgezeichnet. 1996 folgte durch Johann Kresnik am Kölner Schauspielhaus eine Übertragung ihrer Biografie auf die BĂŒhne. Am 30. August 1997 wurde Riefenstahl von der Cineasten-Vereinigung Cinecon im kalifornischen Glendale mit einem Preis fĂŒr ihr Lebenswerk ausgezeichnet, da sie alle Facetten des Filmemachens reprĂ€sentiere.cite-ref-lat-91-0[91]

Anfang 2000 wurde bekannt, dass Jodie Foster beabsichtigte, das Leben der Regisseurin auf die Kinoleinwand zu bringen. Das Drehbuch hatte die Oscar-PreistrĂ€gerin bereits mit Riefenstahl besprochen, der Beginn der Dreharbeiten wurde jedoch wiederholt verschoben. 2011 erklĂ€rte Foster schließlich, dass sie den Plan aufgegeben habe. Auch Madonna hatte Interesse an der Verfilmung von Riefenstahls Memoiren gezeigt, dieses Vorhaben aber letztlich nicht umgesetzt.

Im Februar 2000 wurde Riefenstahl von Ray MĂŒller in den Sudan begleitet, wo er sie fĂŒr die 2003 erschienene Dokumentation Leni Riefenstahl: Ihr Traum von Afrika bei den Nuba filmte. Auf dem RĂŒckflug nach Khartum im MĂ€rz 2000 stĂŒrzte sie mit einem Hubschrauber in der NĂ€he von al-Ubayyid ab und ĂŒberlebte schwer verletzt. Im Oktober 2000 stellte Riefenstahl auf der Frankfurter Buchmesse das von Angelika Taschen herausgegebene Buch Leni Riefenstahl. FĂŒnf Leben vor.

2002 ließ sie sich fĂŒr die knapp einstĂŒndige ZDF-Arte-Dokumentation Die Maßlosigkeit, die in mir ist – Sandra Maischberger trifft Leni Riefenstahl erneut von einem Kamerateam begleiten und von Sandra Maischberger ĂŒber ihr Leben und Werk interviewen. Im selben Jahr lichtete Helmut Newton die Filmemacherin fĂŒr das Vanity Fair-Magazin ab und es erschien ihr 41-minĂŒtiger Dokumentarfilm Impressionen unter Wasser. Der Film zeigt eine Auswahl an Unterwasseraufzeichnungen aus 25 Jahren, in denen Riefenstahl mit ihrem Kameramann und LebensgefĂ€hrten Horst Kettner insgesamt ĂŒber 2000 TauchgĂ€nge absolviert hatte. Die Dokumentation erschien fast 50 Jahre nach Tiefland und war ihr letztes Werk. Mit Impressionen unter Wasser verfolge sie, die Anfang der 1990er Jahre nach eigenen Angaben aktives Mitglied bei Greenpeace geworden war, das Ziel, „ins Bewusstsein zu rufen, was die Welt verliert, wenn nichts gegen die Zerstörung der Meere unternommen wird.“cite-ref-traum-82-2[82] Im August 2002 feierte Riefenstahl ihren 100. Geburtstag mit 160 GĂ€sten in Feldafing; unter den GĂ€sten waren Siegfried und Roy, Petra SchĂŒrmann, Uschi Glas, Heiko Reissig, Leo Kirch, Reinhold Messner, Hans-Wilhelm MĂŒller-Wohlfahrt, Willy Bogner u. v. a.cite-ref-92[92]

Am spÀten Abend des 8. September 2003 starb Leni Riefenstahl kurz nach ihrem 101. Geburtstag in ihrem Haus in Pöcking.

GrabstÀtte

Riefenstahls sterbliche Überreste wurden eingeĂ€schert und die Urne am 12. September 2003 auf dem MĂŒnchner Waldfriedhof beigesetztcite-ref-93[93] (Grabnr. 509-W-4a/b, grab-von-leni-riefenstahlStandort48.09642777777811.486052777778).cite-ref-94[94]

Nachlass

Riefenstahls 700 Kartons umfassender Nachlass wurde vom 40 Jahre jĂŒngeren Ehe- und Kameramann Horst Kettnercite-ref-95[95] (1942–2016) in ihrer gemeinsamen Villa („Haus unter den Eichen“) in der Gotenstraße 13 in Pöcking am Starnberger Seecite-ref-96[96]cite-ref-97[97] aufbewahrt und ging nach dessen Tod 2016 an Riefenstahls frĂŒhere SekretĂ€rin und Alleinerbin Gisela Jahn. Sie ĂŒbergab 2018 den Nachlass an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin. „Der fotografische Bestand soll im Museum fĂŒr Fotografie am Bahnhof Zoo untergebracht werden.“ Neben einem „bahnbrechenden Ă€sthetischen Werk“ ĂŒbernimmt die Stiftung „auch eine besondere Verantwortung fĂŒr die kritische Auseinandersetzung“ besonders im Kontext des Nationalsozialismus, erlĂ€uterte Hermann Parzinger, PrĂ€sident der Stiftung, anlĂ€sslich der Übereignung.cite-ref-98[98] Material aus dem Nachlass wurde erstmals in dem Dokumentarfilm Riefenstahl aus dem Jahre 2024 sowie im ein Jahr spĂ€ter erschienenen Buch Close-up Leni Riefenstahl berĂŒcksichtigt.cite-ref-99[99]cite-ref-100[100]

Wirkung und Rezeption

Filmische Ausdrucksmittel und Techniken

Riefenstahl legte bei ihren Filmen großen Wert auf Ă€sthetische, harmonische Aufnahmen und Symbolik. Durch den Einfluss ihres Bergfilm-Mentors Arnold Fanck hatte sie ein GespĂŒr fĂŒr die Wirkung von Landschaften und Architektur entwickeltcite-ref-101[101] und so wĂ€hlte sie fĂŒr die mĂ€rchenhafte Handlung ihres RegiedebĂŒts Das blaue Licht die malerische Kulisse der Brenta im Trentino. Das Mystische der ErzĂ€hlung unterstrich sie durch den Einsatz von Nebel, Licht und Schatten. Das blaue Licht, das in VollmondnĂ€chten von einer Kristallgrotte ausgeht, symbolisiert die unerreichbaren Ideale des von Riefenstahl gespielten BergmĂ€dchens Junta. Außerdem experimentierte sie mit Farbfiltern. Durch den Einsatz eines roten Filters gelang es ihr, den blauen Taghimmel auf den Aufnahmen fast schwarz erscheinen zu lassen, so dass sie auf Nachtdrehs mit Scheinwerfern verzichten konnte. Lange Szenen zerschnitt sie, damit die Handlung kurzweiliger wirkte – eine Technik, die sie ebenfalls bei Fanck gelernt hatte.

Der Triumph des Willens sollte interessanter als die statisch wirkende Wochenschau werden.cite-ref-ray-35-3[35] Die Regisseurin positionierte ihre KameramĂ€nner deshalb an mehreren Orten, damit sie Filmmaterial aus unterschiedlichen Blickwinkeln erhielt, was ihr einen dynamischeren Schnitt ermöglichte. Die KameramĂ€nner filmten auf Rollschuhen und aus fahrenden Autos, platzierten die Kamera in einem Fahnenstangen-Fahrstuhl oder fuhren mit ihr auf Schienen. Die ÜbergĂ€nge der einzelnen Szenen gestaltete Riefenstahl durch die Abstimmung der Grautöne und einen gezielten Toneinsatz (akustische Klammer) möglichst fließend. Ihre Erfahrungen als TĂ€nzerin ließ sie in die Rhythmik der Bilder und in die Choreografie der marschierenden Truppen einfließen. Durch den Schnitt setzte sie dramaturgische Höhepunkte und erzeugte starke Kontraste zwischen der gesichtslosen Menschenmasse und der Einzelperson Hitlers. Dieser wurde zum ersten Mal in Großaufnahme gezeigt und durch Kameraperspektiven wie die Untersicht ĂŒberhöht inszeniert. Da sie auf eine Kommentierung des Films verzichtete, ließ sie Bilder, GesĂ€nge, Hakenkreuzfahnen und andere Symbole sprechen.

Olympia ist insbesondere im Vorspann von der griechischen Antike inspiriert. Diese Aufnahmen entstanden weitestgehend unter Willy Zielke, der dafĂŒr das Drehbuch schrieb und die neuen Aufnahmewinkel sowie Lichttechniken entwickelte.cite-ref-102[102] Die Athleten werden wie antike Skulpturen und heroische Archetypen inszeniert, indem die Kameras in Zeitlupe ĂŒber die halbnackten, gestĂ€hlten Körper und ihre Bewegungen fahren. Um den Sportlern möglichst nahe kommen zu können, entwickelte das Team viele neue Aufnahmetechniken. Es wurden Gruben ausgehoben, aus denen die Kameraleute die Stabhochspringer vor freiem Himmel filmen konnten. Um die Sprints der LĂ€ufer aufzunehmen, entwarf die Crew eine Katapultkamera, die mit den Athleten mitgehen konnte. Des Weiteren kamen Ballon-, Unterwasser- und Schienenkameras zum Einsatz. Die KameramĂ€nner verwendeten erstmals Teleobjektive mit einer Brennweite von 600 mm, um auch von weit entfernten Sportlern Nahaufnahmen anfertigen zu können.

In beiden Olympia-Teilen wechselt die KamerafĂŒhrung zwischen reportagenhaftem Panorama, Schwenk, Passagen aus der Untersicht, in Zeitlupe, mit subjektiver Kamera und Parallelfahrten. Die Montage legt Schwerpunkte auf symbolische Überhöhung durch optische Überblendungen, auf emotionalisierende Musik oder auf die Spannung zwischen sportlichem Wettkampf und Publikumsanfeuerung. Ein weiteres Gestaltungsmerkmal ist der Wechsel zwischen rein musikalisch illustrierten Passagen und Teilen, die durch Sprecher und Publikumsreaktionen scheinbar authentisch kommentiert wirken. Sequenzen, die nicht im Wettkampf eingefangen werden konnten, ließ Riefenstahl wĂ€hrend des Trainings vordrehen. Dieses Material schnitt sie anschließend in die echten Wettkampfaufnahmen hinein, wodurch dramatische Szenen auf Spielfilmniveau entstanden.cite-ref-ray-35-4[35] Um den Marathonlauf nicht monoton erscheinen zu lassen, griff sie ebenfalls zu Elementen des Spielfilms. Die Aufnahmen zeigen die erschöpften LĂ€ufer, gleichzeitig vermittelt die eingespielte, antreibende Musik jedoch ihren ungebrochenen Willen, das Ziel zu erreichen.cite-ref-ray-35-5[35] FĂŒr die damalige Zeit war auch neu, dass Riefenstahl die Turmsprungszenen in unterschiedlicher Schnelligkeit und teilweise rĂŒckwĂ€rts ablaufen ließ.

Rezeption des Werks und sein Einfluss auf die Popkultur

FĂŒr viele Filmkenner sind die Reichsparteitagstrilogie und Olympia keine reinen Dokumentationen, sondern Propagandafilme und kĂŒnstlerische Inszenierungen eines FĂŒhrer- beziehungsweise Körperkults. Die US-amerikanische Autorin Susan Sontag schrieb in ihrem 1975 erschienenen Essay Faszinierender Faschismus: „Will man noch einen Unterschied machen zwischen Dokumentarfilm und Propaganda, dann ist jeder, der die Filme der Riefenstahl als Dokumentarfilme verteidigt, naiv. In Triumph des Willens ist das Dokument (das Bild) nicht nur die Aufzeichnung der RealitĂ€t; die ‚RealitĂ€t‘ wurde konstruiert um dem Bild zu dienen.“cite-ref-103[103]cite-ref-104[104] JĂŒrgen Trimborn meint in seiner Riefenstahl-Biografie: „Keine Dokumentation ĂŒber den Nationalsozialismus kommt heute ohne die Bilder aus Triumph des Willens aus, kein anderer Film hat unsere visuelle Vorstellung, was Nationalsozialismus war, so tief geprĂ€gt wie er.“cite-ref-105[105] Differenzierter sieht es Martin Loiperdinger: „[Triumph des Willens stellt] eine einzigartige zeitgeschichtliche Quelle dar, jedoch nicht einfach fĂŒr den Nationalsozialismus, wie er wirklich gewesen ist, sondern als Dokument dafĂŒr, wie sich der Nationalsozialismus selbst gern gesehen hat.“cite-ref-martin-106-0[106]

WĂ€hrend Der Sieg des Glaubens aufgrund von einigen verwackelten und unscharfen Bildern sowie unfreiwillig komischen Szenencite-ref-107[107] als Ă€sthetisch unvollkommen betrachtet wird, gilt Triumph des Willens als perfektionistisches Meisterwerk und einer der besten Propagandafilme, der je gedreht wurde.cite-ref-ray-35-6[35]cite-ref-susan-108-0[108]cite-ref-re-109-0[109] Zu den Markenzeichen der Parteitagsfilme werden insbesondere die bildliche Überhöhung Hitlers und die anmutig wirkende Massenchoreografie gezĂ€hlt.cite-ref-110[110] Olympia wurde im Jahr 1956 – trotz des US-amerikanischen Boykotts Ende der 1930er Jahre – von einer Hollywood-Jury zu einem der „zehn besten Filme aller Zeiten“ gekĂŒrt.cite-ref-bhs-59-1[59] Charakteristisch fĂŒr ihn seien die idealisierte Darstellung von Kraft, Eleganz und Macht anhand muskulöser, makelloser Körper. Riefenstahl habe die faschistische Ästhetik zwar nicht erfunden, sie jedoch auf geniale Weise ins Medium Film ĂŒbertragen.cite-ref-bn-111-0[111] Nachdem Riefenstahls Nuba-Bilder veröffentlicht worden waren, warf ihr Sontag vor, mit den Fotografien im Einklang mit der Nazi-Ideologie physische StĂ€rke und Mut zu glorifizieren und nahtlos an ihre propagandistischen Filme aus der Zeit des Nationalsozialismus anzuknĂŒpfen.cite-ref-susan-108-1[108]

Obwohl ihre Werke umstritten sind, besteht unter Filmwissenschaftlern und -kritikern weitgehend Einigkeit, dass Riefenstahl mit ihrer fĂŒr die damalige Zeit revolutionĂ€ren, sehr dynamischen Schnitttechnik und der Verwendung ganz neuer Kameraperspektiven filmische MaßstĂ€be gesetzt hat.cite-ref-jg-112-0[112] Ihre Filme, allen voran Triumph des Willens und Olympia, haben Generationen von KĂŒnstlern nach ihr beeinflusst. George Lucas griff beispielsweise eine Einstellung aus Triumph des Willens fĂŒr die Schlussszene in Krieg der Sterne auf,cite-ref-113[113]cite-ref-114[114]cite-ref-115[115] Quentin Tarantino ließ sich wĂ€hrend der Vorbereitungen fĂŒr Inglourious Basterds von Riefenstahl inspirierencite-ref-116[116]cite-ref-dlf2-117-0[117] und Rammstein provozierte im Musik-Video zum Cover des Depeche-Mode-Lieds Stripped mit Filmmaterial aus Olympia. Auch auf Werbefilme und -kampagnen, Dokumentarfilme sowie Sportfotografien ĂŒben ihre Werke nachhaltigen Einfluss aus.cite-ref-dlf2-117-1[117]cite-ref-118[118]cite-ref-119[119]

Öffentliche Wahrnehmung der Person

Schon zu ihren Lebzeiten galt Leni Riefenstahl als Legendecite-ref-120[120]cite-ref-121[121] und auch nach ihrem Tod ist das öffentliche Interesse an ihrer Person ungebrochen. Sie wird in zahllosen wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Veröffentlichungen thematisiert, analysiert und rezensiert – und polarisiert dabei so stark wie kaum eine andere Persönlichkeit der Filmgeschichte. Die einen sehen in ihr Hitlers „SteigbĂŒgelhalterin“cite-ref-jens-60-3[60] und eine Propagandistin der nationalsozialistischen Ideologie und faschistischen Ästhetik,cite-ref-122[122] die anderen halten sie fĂŒr eine begnadete KĂŒnstlerin, der es zum VerhĂ€ngnis geworden sei, dass das NS-Regime ihre Werke zu Propagandazwecken missbraucht habe.cite-ref-as-80-1[80]cite-ref-123[123]

Ernst Oppler war auf Riefenstahl als Darstellerin des modernen Tanzes in den 1920er Jahren aufmerksam geworden und portrÀtierte sie. Weitere Maler in den 1920er Jahren waren Eugen Spiro, Leo von König und der eher traditionelle Maler Willy Jaeckel. Ein Foto von 1921 zeigt Oppler, von König sowie Elisabeth Griebe und Riefenstahl.cite-ref-124[124]

In den 1930er Jahren stieg Riefenstahl in der öffentlichen Wahrnehmung vom „Bergfilm-Starlet“ zur anerkannten und gefeierten „Reichsfilmregisseurin“ aufcite-ref-125[125] und wurde im In- und Ausland fĂŒr Das blaue Licht, Triumph des Willens und Olympia mit Preisen ausgezeichnet. Nach den Novemberpogromen 1938 wurde Hitlers „Lady Friend“ in Großbritannien und den Vereinigten Staaten jedoch weitgehend boykottiert.cite-ref-126[126] Auch in Deutschland verkehrte sich das hohe öffentliche Ansehen Riefenstahls nach 1945 ins Gegenteil. Im Zusammenhang mit der Berichterstattung ĂŒber die Entnazifizierungsverfahren, denen sich Riefenstahl von 1948 bis 1952 stellen musste, wurden ihre einst vorbehaltlos gefeierten Werke nun kritisch bewertet und eine rein kĂŒnstlerische Motivation der Filmemacherin angezweifelt. Am 1. Mai 1949 wurde von der Illustrierten Revue erstmals ĂŒber die Zwangsverpflichtung der spĂ€ter ermordeten Sinti-und-Roma-Komparsen fĂŒr den Film Tiefland berichtet. Riefenstahl legte juristische Schritte gegen die Darstellung ein und erreichte unter anderem, dass der Verleger Helmut Kindler vom Amtsgericht MĂŒnchen wegen ĂŒbler Nachrede verurteilt wurde.cite-ref-127[127] Insgesamt fĂŒhrte Riefenstahl nach 1945 rund 50 Prozesse,cite-ref-128[128] in denen sie sich – meistens erfolgreich – gegen Verleumdungen und ĂŒble Nachreden zur Wehr setzte.

In den 1960er Jahren ging die Berichterstattung ĂŒber Riefenstahl zurĂŒck, jedoch wurden ihre ersten Nuba-Fotografien im In- und Ausland veröffentlicht. Ab den 1970er Jahren setzte vor allem im Ausland die sogenannte „Riefenstahl Renaissance“ ein: Die KĂŒnstlerin und ihre Dokumentarfilme wurden wiederentdeckt und zunehmend unkritisch gewĂŒrdigt.cite-ref-129[129] Die britische Sunday Times beauftragte sie als Fotografin bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in MĂŒnchen. Beim Telluride Film Festival 1974 wurde sie neben Gloria Swanson und Francis Ford Coppola mit der Silver Medallion fĂŒr ihre Verdienste um die Filmkunst geehrt. Andere berĂŒhmte KĂŒnstler wie Mick Jagger, Andy Warhol, George Lucas, Quentin Tarantino,cite-ref-130[130] Jodie Foster, Madonna oder Siegfried und Roy Ă€ußerten ihre Bewunderung und förderten damit die Rehabilitierung Riefenstahls. Jedoch gab es auch weiterhin kritische Stimmen und vereinzelte Proteste, wenn öffentliche Auftritte Riefenstahls angekĂŒndigt wurden.cite-ref-lat-91-1[91] FĂŒr Schlagzeilen sorgte ihr Auftritt in einer von HansjĂŒrgen Rosenbauer moderierten Folge der Talkshow Je spĂ€ter der Abend am 30. Oktober 1976. Nachdem sie auf ihre Karriere im Dritten Reich angesprochen worden war, lieferte sie sich wĂ€hrend der Live-Sendung eine heftige Auseinandersetzung mit den beiden anderen TalkgĂ€sten Knut Kiesewetter und Elfriede Kretschmer.

Als Riefenstahl 1987 ihre Memoiren veröffentlichte, waren die Reaktionen erneut geteilt. WĂ€hrend die New York Times das ĂŒber 900 Seiten lange Werk, obwohl sie ihr Werk in den Dienst der Nazis gestellt habe, als „fesselnd“ bezeichnetecite-ref-131[131] und unter die 100 „bemerkenswerten“ BĂŒcher des Jahres 1993 wĂ€hlte,cite-ref-132[132] beanstandeten andere ihre fehlende Selbstreflexion und die mangelnde kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.cite-ref-bm-64-1[64]cite-ref-133[133]cite-ref-134[134] Die Psychoanalytikerin und Autorin Margarete Mitscherlich bezeichnete Riefenstahl 1994 als „Superverleugnerin“.cite-ref-bm-64-2[64] Zu ihrem 100. Geburtstag am 22. August 2002 sowie anlĂ€sslich ihres Todes am 8. September 2003 veröffentlichten zahlreiche Medien Retrospektiven auf ihr Leben und Werk.cite-ref-dw-135-0[135]cite-ref-136[136]cite-ref-137[137] In ihrem Nachruf fasste die britische Times die Rezeption der KĂŒnstlerin zusammen: „Leni Riefenstahl war die einzige Frau, die als Filmemacherin uneingeschrĂ€nkt Anerkennung fand. Aber damit hört die einhellige Zustimmung auch schon auf. Sie wurde als Bösewicht, Heldin, LĂŒgnerin, BetrĂŒgerin, Rassistin, Opfer einer patriarchischen Gesellschaft und vorbildliche KĂŒnstlerin um der Kunst willen portrĂ€tiert. Vielleicht hat der Filmhistoriker Liam O’Leary die WidersprĂŒche am besten auf den Punkt gebracht, als er sagte: ‚Sie war ein kĂŒnstlerisches Genie und ein politischer Trottel‘.“cite-ref-dw-135-1[135]cite-ref-138[138] Andere zeichnen ein genau umgedrehtes Bild; nĂ€mlich das einer Frau, die politische RĂ€nke- und Machtspiele sehr gut beherrschte und diese ganz gezielt benutzte, um sich mit der Arbeit Anderer (beispielsweise Willy Zielke) als die KĂŒnstlerin zu profilieren, die sie eben in der GrĂ¶ĂŸe nicht war.cite-ref-139[139]cite-ref-140[140] Besessen von ihrer Kunst, sei diese Kunst „ihrem Wesen nach hochpolitisch“ gewesen und sie sei, obwohl „keine fanatische Nationalsozialistin“, bereit gewesen, „denen zu dienen, die es waren“.cite-ref-141[141]

Riefenstahls SelbstverstÀndnis

Riefenstahl selbst sah in der Reichsparteitagstrilogie und Olympia rein dokumentarische Werke und wies VorwĂŒrfe nationalsozialistischer Propaganda der Öffentlichkeit bis zuletzt vehement zurĂŒck: „Triumph des Willens ist ein Dokumentarfilm von einem Parteitag, mehr nicht. Das hat nichts zu tun mit Politik. Denn ich habe aufgenommen, was sich wirklich abgespielt hat und habe es insofern ĂŒberhöht, als ich keinen Kommentar dazu gemacht habe. Ich habe versucht, die AtmosphĂ€re, die da war, durch Bilder auszudrĂŒcken und nicht durch einen gesprochenen Kommentar. Und um das ohne Text verstĂ€ndlich zu machen, musste die Bildsprache sehr gut, sehr deutlich sein. Die Bilder mussten das sagen können, was man sonst spricht. Aber deswegen ist es doch keine Propaganda.“cite-ref-142[142]

In ihren Memoiren und diversen Interviews behauptete Riefenstahl außerdem, dass sie sich zunĂ€chst gestrĂ€ubt habe, die Reichsparteitagstrilogie zu drehen. Sie habe keine Ahnung von ihrer Begabung als Dokumentarfilmerin gehabt und eigentlich nur als Schauspielerin arbeiten wollen. Hitler habe jedoch so lange auf sie eingewirkt, bis sie sich schließlich dazu bereit erklĂ€rt habe. Sie habe Hitler jedoch das Versprechen abgenommen, dass sie danach nie wieder einen Film fĂŒr ihn oder die NSDAP drehen mĂŒsse.cite-ref-ray-35-7[35]

Stets betonte Riefenstahl, dass sie sich nicht fĂŒr Politik interessiert und sich keine Gedanken ĂŒber die Wirkung ihrer Werke gemacht habe. In ihrem kĂŒnstlerischen Wirken sei es ihr immer nur um Ästhetik, nicht um Ideologie gegangen.cite-ref-143[143]cite-ref-144[144] Gleichwohl war sie bereit, ihren Einfluss zugunsten von Parteiinteressen einzusetzen. So intervenierte sie 1936 bei Goebbels gegen die Ernennung des vom Deutschen ArchĂ€ologischen Institut ausersehenen Kandidaten zum Leiter des Zweiginstituts in Athen und verschaffte die Stelle einem Bewerber, der Landesgruppenleiter der NSDAP/AO in Griechenland war.cite-ref-145[145] Auch soll sie 1934 gegenĂŒber einem britischen Reporter ihre Begeisterung ĂŒber Hitlers Buch Mein Kampf geĂ€ußert haben: „Das Buch machte auf mich einen enormen Eindruck“, bekannte sie. „Ich wurde ein ĂŒberzeugter Nationalsozialist, nachdem ich die erste Seite gelesen hatte.“cite-ref-146[146] Sie sei nur eine MitlĂ€uferin des NSDAP-Regimes gewesen und habe erst nach dem Krieg von dessen Verbrechen erfahren. An den Chefredakteur der deutsch-jĂŒdischen Exilzeitung Aufbau in New York, Manfred George, schrieb sie 1949: „Ich bin fast wahnsinnig darĂŒber geworden, und ich fĂŒrchte, dass ich niemals mehr frei werden kann von dem Alpdruck dieses ungeheuren Leidens.“cite-ref-as-80-2[80] In spĂ€teren Interviews beteuerte sie immer, die nationalsozialistischen Verbrechen zu verurteilen. Gleichzeitig wehrte sie sich gegen jeden Schuldvorwurf: „[
] wo liegt denn meine Schuld? Sagen Sie mir doch das. Ich habe keine Atombomben geworfen, ich habe niemanden verleugnet. Wo liegt denn meine Schuld?“cite-ref-ray-35-8[35]

Wie sich der 1933 emigrierte Filmproduzent Harry R. Sokal, der seit 1929 in einer Reihe von Filmen mit Riefenstahl zusammengearbeitet hatte, erinnerte, wurde Das blaue Licht aus dem Jahr 1932 von einer Reihe von Kritikern negativ beurteilt, woraufhin Riefenstahl jĂŒdischen Kritikern vorgeworfen habe, ihre Karriere ruinieren zu wollen. Dabei sprach sie von „diesen Fremdlingen, die unsere MentalitĂ€t, unser Seelenleben nicht verstehen können“. Das werde jedoch „nicht mehr lange dauern“, denn „[s]obald der FĂŒhrer an die Macht“ komme, wĂŒrden „diese Zeitungen nur noch fĂŒr ihr eigenes Volk schreiben dĂŒrfen“ und „in HebrĂ€isch erscheinen“.cite-ref-147[147]

VerhÀltnis zu Hitler

Über das VerhĂ€ltnis von Leni Riefenstahl zu Adolf Hitler wurde schon in den 1930er und 1940er Jahren viel spekuliert. Dabei wurde der Regisseurin mehrfach unterstellt, eine sexuelle Beziehung mit dem Reichskanzler unterhalten zu haben. Auch nach dem Suizid des Diktators wurde die GerĂŒchtekĂŒche immer wieder mit angeblichen EnthĂŒllungen angeheizt. So sollte beispielsweise aus den vermeintlich echten Tagebuchaufzeichnungen von Eva Braun, die Riefenstahls ehemaliger Schauspielkollege Luis Trenker dem Boulevardblatt Wochenend zugespielt hatte, hervorgehen, dass die Regisseurin nackt vor Hitler getanzt habe. 1948 legten die Angehörigen Brauns und Riefenstahl rechtliche Schritte gegen den Verlag ein. Vor Gericht erwirkten sie eine einstweilige VerfĂŒgung, laut der die Aufzeichnungen eine völlig freie Darstellung aus der Feder eines noch unbekannten Autors im Tagebuch-Ich-Stil seien.cite-ref-mvl-148-0[148] Trenkers ErklĂ€rung, wie er zu den Aufzeichnungen gekommen sei, stellte sich als fadenscheinig heraus und spĂ€ter rĂ€umte er ein, dass er „nur einen Jux mitgemacht“ habe.cite-ref-mvl-148-1[148]

Riefenstahl selbst bestritt stets, dass zwischen ihr und Hitler mehr als eine rein freundschaftlich-berufliche Beziehung bestanden habe. Sie habe zwar gespĂŒrt, dass Hitler sie durchaus „als Frau begehrte“, aber zu IntimitĂ€ten sei es nie gekommen. Der bekanntgewordene Schriftwechsel, in dem sich die Regisseurin und der Reichskanzler siezen, ist herzlich und förmlich zugleich und unterstĂŒtzt Riefenstahls Aussage. Auch der Pressechef der NSDAP, Otto Dietrich, sprach von einer ĂŒber Jahre andauernden kĂŒnstlerischen, kameradschaftlich-freundschaftlichen Verbundenheit der beiden.cite-ref-149[149] Riefenstahl erklĂ€rte ihre Freundschaft zu Hitler damit, dass sie zwischen dem Politiker und dem „Menschen Hitler“ differenziert habe. Sie leugnete nie, dass sie der Persönlichkeit des Diktators verfallen war. Sie habe an das Gute in ihm geglaubt und das DĂ€monische aus Verblendung zu spĂ€t erkannt.cite-ref-150[150]

Hitler seinerseits, der Frauen, die sich in politische und militĂ€rische Sachen einmischten, als „Greuel“ empfand, schĂ€tzte Riefenstahl fĂŒr ihre Arbeit und sagte: „Vier Paradefrauen habe ich gehabt: Frau Troost, Frau Wagner, Frau Scholtz-Klink und Leni Riefenstahl.“cite-ref-151[151] Als Grund fĂŒr die Freundschaft der Filmemacherin und des Diktators nennen viele Autoren die charakterliche Ähnlichkeit der beiden. Riefenstahl und Hitler werden als sehr willensstarke, dominante, narzisstische und egozentrische Persönlichkeiten bezeichnet, deren Beziehung von der Identifikation mit dem jeweils anderen und der Stillung ihrer SehnsĂŒchte gekennzeichnet gewesen sei.cite-ref-152[152] Laut Margarete Mitscherlich entdeckte einer im anderen „sein seelisches Selbstbildnis, das sich mit den eigenen Phantasien ĂŒber Vollkommenheit, Überlegenheit und VerfĂŒhrungskunst deckte.“cite-ref-153[153]

Rezeption

In den drei Versionen des Musikvideoscite-ref-games-witout-frontiers-video-peter-gabriel-154-0[154] zu Peter Gabriels Antikriegs-Lied Games Without Frontiers von 1980cite-ref-pg-games-without-frontiers-peter-gabriel-155-0[155] werden auch Szenen aus dem Propagandafilm Olympia von Leni Riefenstahl verwendet.

Die Band Rammstein verwendete Ausschnitte aus diesem Film fĂŒr ihr Musikvideo zu dem Lied Stripped (1998).

Filmografie

‱ 1925: Wege zu Kraft und Schönheit – Ein Film ĂŒber moderne Körperkulturcite-ref-156[156]
‱ 1926: Der heilige Bergcite-ref-whr-157-0[157]
‱ 1927: Der große Sprungcite-ref-whr-157-1[157]
‱ 1928: Das Schicksal derer von Habsburgcite-ref-158[158]
‱ 1929: Die weiße Hölle vom Piz PalĂŒcite-ref-whr-157-2[157]
‱ 1930: StĂŒrme ĂŒber dem Mont Blanccite-ref-whr-157-3[157]
‱ 1932: Das blaue Lichtcite-ref-dbl-159-0[159]
‱ 1933: SOS Eisbergcite-ref-whr-157-5[157]
‱ 1933: Der Sieg des Glaubens (nationalsozialistischer Propagandafilm)cite-ref-sdg-160-0[160]
‱ 1935: Triumph des Willens (nationalsozialistischer Propagandafilm)cite-ref-sdg-160-1[160]
‱ 1935: Tag der Freiheit! – Unsere Wehrmacht (nationalsozialistischer Propagandafilm)cite-ref-sdg-160-2[160]
‱ 1936/38: Olympia, 1. Teil: Fest der Völker (nationalsozialistischer Propagandafilm)cite-ref-sdg-160-3[160]
‱ 1936/38: Olympia, 2. Teil: Fest der Schönheit (nationalsozialistischer Propagandafilm)cite-ref-sdg-160-4[160]
‱ 1937: Wilde Wassercite-ref-pro-161-0[161]
‱ 1939: Dokumentation des Überfalls auf Polen mit dem Sonderfilmtrupp Riefenstahlcite-ref-162[162]
‱ 1940: Der FĂŒhrer baut seine Hauptstadt. Nicht fertig gestellter nationalsozialistischer Propagandafilm zu den Welthauptstadt-Germania-Planungencite-ref-163[163]
‱ 1940/54: Tieflandcite-ref-dbl-159-1[159]
‱ 1943: Josef Thorak, Werkstatt und Werk (Kurz-Dokumentarfilm)cite-ref-pro-161-1[161]
‱ 1943: Nationalsozialistischer Propagandafilm ĂŒber die Sicherung und Erschließung des europĂ€ischen Kontinents durch den deutschen Geist (nur geplant, nicht fertiggestellt).cite-ref-164[164]
‱ 1944: Arno Breker – Harte Zeit, starke Kunst (Kurz-Dokumentarfilm)cite-ref-pro-161-2[161]
‱ 2002: Impressionen unter Wasser (Dokumentarfilm)cite-ref-165[165]

Auszeichnungen und Ehrungen

‱ 1932: Silbermedaille bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig fĂŒr Das blaue Licht
‱ 1934: National Board of Review – Auszeichnung von Das blaue Licht als einer der Top Foreign Films
‱ 1935: Auszeichnung fĂŒr die beste auslĂ€ndische Dokumentation bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig fĂŒr Triumph des Willens
‱ 1937: Grand Prix fĂŒr Triumph des Willens auf der Pariser Weltfachausstellungcite-ref-sz-36-3[36]
‱ 1938: Coppa Mussolini fĂŒr den besten auslĂ€ndischen Film bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig fĂŒr Olympia
‱ 1938: Polar-Preis von Schweden fĂŒr Olympia
‱ 1938: Ehrenpreis der Regierung von Griechenland fĂŒr Olympia
‱ 1939: Olympische Goldmedaille des Internationalen Olympischen Komitees fĂŒr Olympiacite-ref-sz-36-4[36]
‱ 1941: Japanischer Kinema-Jumpƍ-Preis fĂŒr den besten fremdsprachigen Film fĂŒr Olympia
‱ 1948: Olympisches Diplomcite-ref-lemo-88-1[88]
‱ 1956: Olympia wird von einem Fachgremium in Hollywood unter die „zehn besten Filme aller Zeiten“ gewĂ€hlt
‱ 1973: Verleihung der sudanesischen StaatsbĂŒrgerschaft fĂŒr ihre Verdienste um den Sudan durch StaatsprĂ€sident Dschafar an-Numairi
‱ 1974: Auszeichnung mit der Telluride Film Festival Silver Medallion
‱ 1975: Goldmedaille des Art Directors Club fĂŒr die „beste fotografische Leistung des Jahres“
‱ 1976: Ehrengast bei den Olympischen Sommerspielen in Montreal
‱ 1997: Preis fĂŒr ihr Lebenswerk von der US-amerikanischen Cineasten-Vereinigung Cineconcite-ref-166[166]
‱ 2002: Ehrenmitgliedschaft der Internationalen Gesellschaft zur Förderung junger BĂŒhnenkĂŒnstler „BĂŒhnenReif“ e. V. (ISSA)
‱ 2002: Ehrenmedaille der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (2025 posthum aberkanntcite-ref-167[167])

Publikationen

‱ Kampf in Schnee und Eis. Hesse & Becker, Leipzig 1933.
‱ Hinter den Kulissen des Reichsparteitags-Films. Eher, MĂŒnchen 1935.
‱ Schönheit im olympischen Kampf. Deutscher Verlag (Ullstein), Berlin 1937.
‱ Die Nuba – Menschen wie von einem anderen Stern. List, MĂŒnchen 1973.
‱ Die Nuba von Kau. List, MĂŒnchen 1976, ISBN 3-471-78521-3.
‱ Die Nuba. Komet, Köln 2006, ISBN 3-933366-41-0 (Lizenzausgabe mit Zusammenfassung der BĂ€nde Die Nuba [1973] und Die Nuba von Kau [1976] in einer Ausgabe).
‱ KorallengĂ€rten. List, MĂŒnchen 1978, ISBN 3-471-78527-2.
‱ Mein Afrika. List, MĂŒnchen 1982, ISBN 3-471-78531-0.
‱ Memoiren. Knaus, MĂŒnchen; Hamburg 1987, ISBN 3-8135-0154-X.
‱ Wunder unter Wasser. Herbig, MĂŒnchen 1990, ISBN 3-7766-1651-2.

Artikel

‱ Die Welt im Blauen Licht. In: Geo-Magazin. Hamburg 1980, 4, S. 106–124. Fotos von ihren TauchausflĂŒgen, Text von Hans Hass. ISSN 0342-8311

Literatur (Auswahl)

‱ Steven Bach: Leni. The Life and Work of Leni Riefenstahl. A.A. Knopf, New York 2007, ISBN 978-0-375-40400-9 (englisch).
‱ Jörg von Brincken (Hrsg.): Leni Riefenstahl (= Film-Konzepte Bd. 44). edition text+kritik, MĂŒnchen 2016, ISBN 978-3-86916-515-8.
‱ Charles Ford: Leni Riefenstahl. Schauspielerin, Regisseurin und Fotografin. Heyne, MĂŒnchen 1982, ISBN 3-453-01621-1.
‱ Lutz Kinkel: Die Scheinwerferin. Leni Riefenstahl und das »Dritte Reich«. Europa-Verlag, Hamburg / Wien 2002, ISBN 3-203-84109-6.
‱ Mario Leis: Leni Riefenstahl. Rowohlt, Reinbek 2009, ISBN 978-3-499-50682-6.
‱ Claudia Lenssen: Die fĂŒnf Karrieren der Leni Riefenstahl. In: epd Film. Nr. 1/1996, S. 27–31.
‱ Rainer Rother: Leni Riefenstahl – Die VerfĂŒhrung des Talents. Henschel, Berlin 2000, ISBN 3-89487-360-4. Als Taschenbuchausgabe Heyne, MĂŒnchen 2002, ISBN 3-453-21177-4.
‱ JĂŒrgen Trimborn: Riefenstahl: Eine deutsche Karriere. Aufbau, Berlin 2002, ISBN 3-351-02536-X.
‱ Karin Wieland: Dietrich & Riefenstahl – Der Traum von der neuen Frau. Hanser, MĂŒnchen 2011, ISBN 978-3-446-23770-4 (gebundene Ausgabe) und Dietrich & Riefenstahl. Die Geschichte zweier Jahrhundertfrauen. dtv, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-423-34789-1 (Taschenbuchausgabe).
‱ JĂ©rĂŽme Bimbenet: Leni Riefenstahl : la cinĂ©aste d'Hitler, Paris : Tallandier, [2015], ISBN 979-10-210-0381-1
‱ Nina Gladitz: Leni Riefenstahl – Karriere einer TĂ€terin. Orell FĂŒssli, ZĂŒrich 2020, ISBN 978-3-280-05730-8

Weitere Literaturangaben finden sich auf der Diskussionsseite.

Film-Dokumentationen

‱ 1982: Zeit des Schweigens und der Dunkelheit, Regie: Nina Gladitz, 1982 WDR
‱ 1993: Die Macht der Bilder (The Wonderful Horrible Life of Leni Riefenstahl), 197 Min., Regie: Ray MĂŒller
‱ 2000: Kino kolossal – Herkules, Maciste & Co., 58 Minuten, Regie: Hans-JĂŒrgen Panitz
‱ 2001: Hitlers Frauen: Leni Riefenstahl – Die Regisseurin. 45 Min., von Guido Knopp, ZDF
‱ 2002: Die Maßlosigkeit, die in mir ist – Sandra Maischberger trifft Leni Riefenstahl. 59 Min., Movieman Productions MĂŒnchen in Koproduktion mit ZDF / Arte
‱ 2003: Leni Riefenstahl: Ihr Traum von Afrika. 61 Min., Regie: Ray MĂŒller
‱ 2007: Hitlers nĂŒtzliche Idole: Leni Riefenstahl – Die Regisseurin – KĂŒnstlerin und Opportunistin, 45 Min., von Oliver Halmburger und Anja Greulich, ZDF, Erstsendung: 20. MĂ€rz 2007
‱ 2015: Leni Riefenstahl – Der Preis des Ruhms, 45. Min., von Jens Monath, ZDF
‱ 2018: Eiskalte Leidenschaft – Leni Riefenstahl und Arnold Fanck zwischen Hitler und Hollywood, von Annette Baumeister, ZDF / Arte
‱ 2020: ARTEde: Leni Riefenstahl – Das Ende eines Mythos auf YouTube, 22. Oktober 2020, abgerufen am 20. November 2020 (Regisseur: Michael Kloft).
‱ 2024: Riefenstahl, 115 Min., Buch und Regie: Andres Veiel; Produktion: Vincent Productionscite-ref-168[168]

Ausstellungen (Auswahl)

‱ Dezember 1991 bis Januar 1992: Leni Riefenstahl – Life im Bunkamura Museum in Shibuya, Tokio
‱ Juni bis August 1996: Fotoausstellung im Barsokevitsch-Valokuvakeskus Photographic Centre im finnischen Kuopio
‱ Juli bis Oktober 1996: Leni Riefenstahl – der Rhythmus eines Blicks im Palazzo della Ragione in Mailand
‱ April bis Mai 1997: Leni Riefenstahl – der Rhythmus eines Blicks im Palazzo delle Esposizioni in Rom
‱ August bis September 1997: Fotoausstellung in der Galerie Andreas SchlĂŒter in Hamburg
‱ Dezember 1998 bis MĂ€rz 1999: Leni Riefenstahl-Ausstellung im Filmmuseum Potsdam
‱ Juli bis August 1999: Fotoausstellung in der Casa de Cultura de Calp im spanischen Calpe
‱ April 2000: Fotoausstellung im Cultureel Centrum im belgischen Knokke-Heist
‱ September bis November 2004: Ausstellung im Ernst-Barlach-Museum in Wedel
‱ Mai bis August 2013: Ausstellung im Dokumentationszentrum Prora

Siehe auch
Weblinks

Commons

: Leni Riefenstahl

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Offizielle InternetprĂ€senz Leni Riefenstahls
‱ Literatur von und ĂŒber Leni Riefenstahl im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ Zeitungsartikel ĂŒber Leni Riefenstahl in den Historischen Pressearchiven der ZBW
‱ Leni Riefenstahl bei IMDb
‱ Seite zu Leni Riefenstahl beim Deutschen Tanzarchiv Köln
‱ Leni Riefenstahl. In: FemBio. Frauen-Biographieforschung (mit Literaturangaben und Zitaten).
‱ Rainer Rother: Riefenstahl-Rezeption, Stand 2002. In: Zeithistorische Forschungen / Studies in Contemporary History. Online-Ausgabe, 1 (2004), Heft 2.
‱ Fotoaufnahmen von Dreharbeiten
‱ Marko Rösseler: 8. September 2003 – Todestag von Leni Riefenstahl WDR ZeitZeichen vom 8. September 2013. (Podcast)
‱ Literatur zu Leni Riefenstahl im Open-Access-Repositorium media/rep/

Einzelnachweise und Anmerkungen

cite-note-11. ↑ Beschreibung der Leni Riefenstahl-Ausstellung vom 4. Dezember 1998 bis 14. MĂ€rz 1999. In: Filmmuseum-Potsdam.de, abgerufen am 8. Juli 2015.
cite-note-22. ↑ Riefenstahl, Leni. In: Theodor Kellenter: Die Gottbegnadeten : Hitlers Liste unersetzbarer KĂŒnstler. Kiel: Arndt, 2020, ISBN 978-3-88741-290-6, S. 402 f.
cite-note-welt-563787-33. ↑ Wenn Leni die Atombombe erfunden hĂ€tte. In: welt.de. 1. Januar 1999, abgerufen am 7. Oktober 2018.
cite-note-ml9-44. ↑ Mario Leis: Leni Riefenstahl. Rowohlt Verlag, Reinbek 2009, ISBN 978-3-499-50682-6, S. 9.
cite-note-55. ↑ Karin Wieland: Dietrich & Riefenstahl – Die Geschichte zweier Jahrhundertfrauen. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-423-34789-1, S. 15 und 18 f.
cite-note-ml15-66. ↑ Mario Leis: Leni Riefenstahl. Rowohlt Verlag, Reinbek 2009, ISBN 978-3-499-50682-6, S. 15.
cite-note-bh-77. ↑ Birgit Haustedt: Die Wilden Jahre in Berlin. edition ebersbach, Dortmund 1999, ISBN 3-931782-59-X, S. 159.
cite-note-88. ↑ Mario Leis: Leni Riefenstahl. Rowohlt Verlag, Reinbek 2009, ISBN 978-3-499-50682-6, S. 14.
cite-note-ml17-99. ↑ Mario Leis: Leni Riefenstahl. Rowohlt Verlag, Reinbek 2009, ISBN 978-3-499-50682-6, S. 17.
cite-note-killy-1010. ↑ Wilhelm KĂŒhlmann: Killy Literaturlexikon Band 9 Os – Roq. Walter de Gruyter Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-11-022045-2, S. 632.
cite-note-1111. ↑ JĂŒrgen Trimborn: Leni Riefenstahl. Eine deutsche Karriere. Biographie. Berlin: Aufbau Verlag 2002, S. 41.
cite-note-1212. ↑ Laut Riefenstahls Memoiren sei sie an sechs Abenden und bei einigen Matineen aufgetreten. Karin Wieland widerspricht dem und bestĂ€tigt in ihrer Biografie Dietrich & Riefenstahl – Die Geschichte zweier Jahrhundertfrauen – unter Berufung auf eine Auskunft des Archivars des Deutschen Theaters – nur zwei Auftritte am 16. und 20. Dezember 1923.
cite-note-1313. ↑ Karin Wieland: Dietrich & Riefenstahl – Die Geschichte zweier Jahrhundertfrauen. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-423-34789-1, S. 104.
cite-note-1414. ↑ Claudia Lenssen: Leni Riefenstahl. Leben und Werk. Henschel Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-89487-319-1, S. 23.
cite-note-1515. ↑ Karin Wieland: Dietrich & Riefenstahl – Die Geschichte zweier Jahrhundertfrauen. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-423-34789-1, S. 108.
cite-note-1616. ↑ Karin Wieland: Dietrich & Riefenstahl – Die Geschichte zweier Jahrhundertfrauen. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-423-34789-1, S. 107.
cite-note-1717. ↑ JĂŒrgen Trimborn: Leni Riefenstahl. Eine deutsche Karriere. Biographie. Berlin: Aufbau Verlag 2002, S. 58f.
cite-note-1818. ↑ Arnold Fanck: Wie der heilige Berg entstand. In: Stadtarchiv Freiburg K 1/26, Ordner 35 Nr. 1a.
cite-note-1919. ↑ Karin Wieland: Dietrich & Riefenstahl – Die Geschichte zweier Jahrhundertfrauen. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-423-34789-1, S. 120.
cite-note-2020. ↑ Karin Wieland: Dietrich & Riefenstahl – Die Geschichte zweier Jahrhundertfrauen. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-423-34789-1, S. 124.
cite-note-2121. ↑ Berliner Morgenpost am 19. Dezember 1926, zitiert in Karin Wielands: Dietrich & Riefenstahl – Die Geschichte zweier Jahrhundertfrauen. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-423-34789-1, S. 128.
cite-note-2222. ↑ Oskar Kalbus: Vom Werden deutscher Filmkunst. 1. Teil: Der stumme Film. Cigaretten Bilderdienst Altona-Bahrenfeld, Hamburg 1935, S. 91 f.
cite-note-pp-2323. ↑ Zitiert in Karin Wielands: Dietrich & Riefenstahl – Die Geschichte zweier Jahrhundertfrauen. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-423-34789-1, S. 141.
cite-note-2424. ↑ Karin Wieland: Dietrich & Riefenstahl – Die Geschichte zweier Jahrhundertfrauen. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-423-34789-1, S. 145.
cite-note-2525. ↑ Karin Wieland: Dietrich & Riefenstahl – Die Geschichte zweier Jahrhundertfrauen. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-423-34789-1, S. 148.
cite-note-hl-2626. ↑ Hanno Loewy: Das Menschenbild des fanatischen Fatalisten oder: Leni Riefenstahl, BĂ©la BalĂĄzs und DAS BLAUE LICHT. In: Institutionelles Repositorium der UniversitĂ€t Konstanz. 1999, abgerufen am 5. Mai 2015 (PDF).
cite-note-2727. ↑ Karin Wieland: Dietrich & Riefenstahl – Die Geschichte zweier Jahrhundertfrauen. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-423-34789-1, S. 158 ff.
cite-note-2828. ↑ Leni Riefenstahl: Memoiren. Knaus Verlag, MĂŒnchen/Hamburg 1987, ISBN 3-8135-0154-X, S. 158.
cite-note-2929. ↑ Richard J. Evans: Hitlers Komplizen. Helfer und Vollstrecker: Das Dritte Reich in 24 PortrĂ€ts. Deutsche Verlags-Anstalt, MĂŒnchen 2025, S. 592
cite-note-3030. ↑ Knopp/Scherer: Leni Riefenstahl. In Guido Knopp (Hrsg.): Hitlers nĂŒtzliche Idole. 1. Auflage. C. Bertelsmann Verlag, MĂŒnchen 2007, ISBN 3-570-00835-5, S. 284.
cite-note-3131. ↑ 1952 brachte Riefenstahl Das blaue Licht erneut heraus. Sie hatte eine neue Fassung geschnitten, in der sie auch zuvor nicht verwendetes Filmmaterial nutzte. Die Rahmenhandlung des ursprĂŒnglichen Werks ging verloren, die Dialoge wurden neu synchronisiert und die Filmmusik von Giuseppe Becce neu vertont. In dieser Version wurde BalĂĄzs Name unter „Mitarbeit am Drehbuch“ genannt, wohingegen Riefenstahl fĂŒr Buch, Regie und Bildgestaltung verantwortlich gezeichnet wurde, vgl. Hanno Loewy: Das Menschenbild des fanatischen Fatalisten oder: Leni Riefenstahl, BĂ©la BalĂĄzs und DAS BLAUE LICHT. In: Institutionelles Repositorium der UniversitĂ€t Konstanz. 1999, S. 20, abgerufen am 5. Mai 2015 (PDF).
cite-note-3232. ↑ Leni Riefenstahl – Das Ende eines Mythos | Doku | ARTE. Abgerufen am 12. Januar 2023 (deutsch).
cite-note-3333. ↑ Karin Wieland: Dietrich & Riefenstahl – Die Geschichte zweier Jahrhundertfrauen. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-423-34789-1, S. 306.
cite-note-3434. ↑ Der Film-Kurier Nr. 199 vom 25. August 1933 schrieb: „Vom Reichsparteitag der NSDAP wird auf Weisung der Reichsleitung von der Reichspropagandaleitung Hauptabteilung IV (Film) ein Film hergestellt, dessen kĂŒnstlerische Leitung auf besonderen Wunsch des FĂŒhrers FrĂ€ulein Leni Riefenstahl ĂŒbernimmt [
].“ Abgedruckt in Karin Wielands Dietrich & Riefenstahl – Die Geschichte zweier Jahrhundertfrauen. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-423-34789-1, S. 298.
cite-note-ray-3535. ↑ Ray MĂŒller: Die Macht der Bilder. Dokumentarfilm von 1993.
cite-note-sz-3636. ↑ Die Ästhetin des absolut Schönen. SĂŒddeutsche Zeitung. 19. Mai 2010, abgerufen am 5. Mai 2015.
cite-note-3737. ↑ Raether hatte als Leiter der Hauptabteilung die Oberaufsicht inne und Fangauf oblag die technische Organisationsleitung.
cite-note-3838. ↑ Karin Wieland: Dietrich & Riefenstahl – Die Geschichte zweier Jahrhundertfrauen. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-423-34789-1, S. 299 f.
cite-note-zbe-3939. ↑ Timo Sackmann: Riefenstahl, Leni (1902–2003). In: Zukunft braucht Erinnerung – Das Online-Portal zu den historischen Themen unserer Zeit. 4. Oktober 2004, abgerufen am 5. Mai 2015.
cite-note-4040. ↑ Karin Wieland: Dietrich & Riefenstahl – Die Geschichte zweier Jahrhundertfrauen. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-423-34789-1, S. 307.
cite-note-4141. ↑ Der Sieg des Glaubens galt jahrzehntelang als verschollen. Erst in den 1990er Jahren wurde seine Kopie im DDR-Filmarchiv entdeckt.
cite-note-4242. ↑ Thomas Senne: Mythos Riefenstahl. In: Deutschlandradio Kultur. 15. Oktober 2005, abgerufen am 5. Mai 2015.
cite-note-4343. ↑ Birgit Haustedt: Die Wilden Jahre in Berlin. edition ebersbach, Dortmund 1999, ISBN 3-931782-59-X, S. 194.
cite-note-loip-4444. ↑ Martin Loiperdinger: Der Parteitagsfilm „Triumph des Willens“ von Leni Riefenstahl. Rituale der Mobilmachung. Leske + Budrich, Opladen 1987, ISBN 3-8100-0598-3, S. 50.
cite-note-4545. ↑ Britta GĂŒrke: Abscheu und Faszination: Triumph des Willens. In: n-tv. 27. MĂ€rz 2009, abgerufen am 5. Mai 2015.
cite-note-4646. ↑ Leni Riefenstahl: Hinter den Kulissen des Reichsparteitagsfilms. In: leniriefenstahl.it. Abgerufen am 5. Mai 2015.
cite-note-4747. ↑ Hermann Kappelhoff: Kriegerische Mobilisierung: Die mediale Organisation des Gemeinsinns. In: Multimediale Publikationen, Freie UniversitĂ€t Berlin. Berlin 2011, Kapitel 04 TAG DER FREIHEIT: Ein Fest der Verschmelzung. Abgerufen am 5. Mai 2015.
cite-note-4848. ↑ Inhaltsangabe zu Tag der Freiheit – Unsere Wehrmacht. In: Online-Filmdatenbank. 29. September 2004, abgerufen am 5. Mai 2015.
cite-note-4949. ↑ EmpfĂ€nge des Regierungschefs, Bericht der faschistischen Alpenzeitung vom 27. Februar 1936, S. 1, Sp. 3.
cite-note-5050. ↑ In der sportgeschichtlichen Forschung ist jedoch umstritten, wer der tatsĂ€chliche Auftraggeber des Olympiafilms gewesen ist. Viele Forscher halten das Reichsministerium fĂŒr VolksaufklĂ€rung und Propaganda fĂŒr den wahren Auftraggeber, vgl. B. Hannah Schaub: Riefenstahls Olympia: Körperideale – ethische Verantwortung oder Freiheit des KĂŒnstlers? Fink Verlag, MĂŒnchen 2003, ISBN 3-7705-3790-4, S. 19. Abrufbar in: Digitale Sammlung der Bayerischen Staatsbibliothek.
cite-note-5151. ↑ Schreiben von Karl Ott, Ministerialrat im RMVP, an das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg vom 30. Januar 1936, vgl. Daniel Wildmann: Begehrte Körper: Konstruktion und Inszenierung des arischen MĂ€nnerkörpers im Dritten Reich. Verlag Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg 1998, ISBN 3-8260-1417-0, S. 30.
cite-note-5252. ↑ Daniel Wildmann: Begehrte Körper: Konstruktion und Inszenierung des arischen MĂ€nnerkörpers im Dritten Reich. Verlag Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg 1998, ISBN 3-8260-1417-0, S. 30. Laut Karin Wieland soll Riefenstahls Honorar lediglich 250.000 Reichsmark betragen haben, vgl. Karin Wieland: Dietrich & Riefenstahl – Die Geschichte zweier Jahrhundertfrauen. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-423-34789-1, S. 330.
cite-note-5353. ↑ In der Literatur variieren die Angaben zur Anzahl der Kameraleute zwischen 34 und 48, vgl. B. Hannah Schaub: Riefenstahls Olympia: Körperideale – ethische Verantwortung oder Freiheit des KĂŒnstlers? Fink Verlag, MĂŒnchen 2003, ISBN 3-7705-3790-4, S. 21. Abrufbar in: Digitale Sammlung der Bayerischen Staatsbibliothek.
cite-note-5454. ↑ B. Hannah Schaub: Riefenstahls Olympia: Körperideale – ethische Verantwortung oder Freiheit des KĂŒnstlers? Fink Verlag, MĂŒnchen 2003, ISBN 3-7705-3790-4, S. 26. Abrufbar in: Digitale Sammlung der Bayerischen Staatsbibliothek.
cite-note-5555. ↑ B. Hannah Schaub: Riefenstahls Olympia: Körperideale – ethische Verantwortung oder Freiheit des KĂŒnstlers? Fink Verlag, MĂŒnchen 2003, ISBN 3-7705-3790-4, S. 28. Abrufbar in: Digitale Sammlung der Bayerischen Staatsbibliothek.
cite-note-5656. ↑ 1958 schnitt die Regisseurin die Olympia-Filme neu; es kam zu AuffĂŒhrungen in Berlin, Bremen und Hamburg. Der zweite Teil wurde in Götter des Stadions umbenannt.
cite-note-5757. ↑ Karin Wieland: Dietrich & Riefenstahl – Die Geschichte zweier Jahrhundertfrauen. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-423-34789-1, S. 340.
cite-note-5858. ↑ Peter V. Brinkemper: Leni Riefenstahls 100jĂ€hriges VermĂ€chtnis fĂŒr Hollywood. In: Heise Online. 22. August 2002, abgerufen am 6. Mai 2015.
cite-note-bhs-5959. ↑ B. Hannah Schaub: Riefenstahls Olympia: Körperideale – ethische Verantwortung oder Freiheit des KĂŒnstlers? Fink Verlag, MĂŒnchen 2003, ISBN 3-7705-3790-4, S. 13. Abrufbar in: Digitale Sammlung der Bayerischen Staatsbibliothek.
cite-note-jens-6060. ↑ Jens Monath: Leni Riefenstahl – Der Preis des Ruhms. ZDF-Dokumentation von 2015.
cite-note-6161. ↑ Karin Wieland: Dietrich & Riefenstahl – Die Geschichte zweier Jahrhundertfrauen. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-423-34789-1, S. 350.
cite-note-6262. ↑ In einem Schreiben aus dem Reichsministerium fĂŒr VolksaufklĂ€rung und Propaganda vom 10. September 1939 heißt es: „Am 5.9.39 ĂŒbermittelte Major d. G. Kratzer des OKW eine Anordnung des FĂŒhrers, nach der im Rahmen der Einsatzstelle des Propagandaministeriums ein ‚Sonderfilmtrupp Riefenstahl‘ aufzustellen war.“ Abgedruckt bei JĂŒrgen Trimborn: Riefenstahl: Eine deutsche Karriere. 1. Auflage. Aufbau-Taschenbuch-Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-7466-2033-3, S. 304.
cite-note-6363. ↑ Wilfried Mommert: Riefenstahl-Biografie „Eine deutsche Karriere“. SchwĂ€bische Zeitung, 4. November 2002, archiviert vom Original am 5. Mai 2015; abgerufen am 5. Mai 2015.
cite-note-bm-6464. ↑ Barbara Möller: Ein Genie auf dem Irrweg. In: Hamburger Abendblatt. 21. August 2002, abgerufen am 5. Mai 2015.
cite-note-6565. ↑ Von Steven Bach mit den Worten „Leni is captured in a snapshot at the moment gunfire begins at Konskie“ kommentierte Schwarz-Weiß-Aufnahme von Riefenstahl.
cite-note-6666. ↑ Barbara Möller: Was die „Reichsgletscherspalte“ bis zuletzt verschwieg. In: DIE WELT. 2. Juni 2013, abgerufen am 5. Mai 2015.
cite-note-6767. ↑ Richard J. Evans: Hitlers Komplizen. Helfer und Vollstrecker: Das Dritte Reich in 24 PortrĂ€ts. Deutsche Verlags-Anstalt, MĂŒnchen 2025, S. 389 ff.
cite-note-6868. ↑ Peter Hartmann: Berlin 1936: Wie Olympia die Unschuld verlor (Memento vom 23. Januar 2015 im Internet Archive). In: Die Weltwoche. Ausgabe 32/2008, abgerufen am 5. Mai 2015.
cite-note-ujk-6969. ↑ Ulrich J. Klaus: Deutsche Tonfilme: Filmlexikon der abendfĂŒllenden deutschen und deutschsprachigen Tonfilme nach ihren deutschen UrauffĂŒhrungen. 13. Jahrgang, 1944/45, Klaus, Berlin/Berchtesgaden 2002, ISBN 3-927352-12-8, S. 231.
cite-note-bz-7070. ↑ Reimar Gilsenbach, Otto Rosenberg: Riefenstahls Liste. Zum Gedenken an die ermordeten Komparsen. Berliner Zeitung, 17. Februar 2001, abgerufen am 17. Juli 2025.
cite-note-faz-7171. ↑ Jörg Thomann: Statt Blumen: Riefenstahl droht neuer Prozess. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 14. August 2002, abgerufen am 5. Mai 2015.
cite-note-rg-7272. ↑ Reimar Gilsenbach: Oh Django, sing deinen Zorn. Sinti und Roma unter den Deutschen. BasisDruck, Berlin 1993, ISBN 3-86163-054-0, S. 167.
cite-note-zeit-7373. ↑ Hanno KĂŒhnert: Wenn Juristen Vergangenheit klĂ€ren. In: Die Zeit. 27. MĂ€rz 1987, abgerufen am 5. Mai 2015.
cite-note-7474. ↑ JĂŒrgen Trimborn: Leni Riefenstahl. Eine deutsche Karriere. Biographie. Berlin: Aufbau Verlag 2002, S. 351.
cite-note-7575. ↑ BogusƂaw Drewniak: Der deutsche Film 1938–1945: Ein GesamtĂŒberblick. Droste, DĂŒsseldorf 1987, ISBN 3-7700-0731-X, S. 456.
cite-note-7676. ↑ Spiegel vom 1. Dezember 1949
cite-note-7777. ↑ Riefenstahl: Der Staatsanwalt ermittelt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 22. August 2002, abgerufen am 5. Mai 2015.
cite-note-7878. ↑ Holocaust-Leugnung: Verfahren gegen Leni Riefenstahl eingestellt. In: Spiegel Online. 18. Oktober 2002, abgerufen am 5. Mai 2015.
cite-note-7979. ↑ Ermittlungsverfahren statt GlĂŒckwunsch-Telegramm. In: manager magazin. 22. August 2002, abgerufen am 5. Mai 2015.
cite-note-as-8080. ↑ Alice Schwarzer: Leni Riefenstahl: Propagandistin oder KĂŒnstlerin?. In: EMMA. Januar/Februar 1999, abgerufen am 5. Mai 2015.
cite-note-8181. ↑ Ihr Kampf. In: Spiegel Online. 11. Januar 1961, abgerufen am 26. Juni 2015.
cite-note-traum-8282. ↑ Christopher Jones (Aufzeichnung): Ich habe einen Traum. In: Zeit Online. 22. August 2002, abgerufen am 5. Mai 2015.
cite-note-8383. ↑ Aufarbeitung der NS-Vergangenheit – Braunes Erbe vor Gericht. In: SĂŒddeutsche Zeitung. 24. MĂ€rz 2009, abgerufen am 5. Mai 2015.
cite-note-8484. ↑ Wolfgang Benz: Die 101 wichtigsten Fragen – das Dritte Reich. Beck Verlag, MĂŒnchen 2012, ISBN 978-3-406-64907-3, S. 85.
cite-note-8585. ↑ «Riefenstahls Schuld ist viel grösser, als man bisher annahm», Tages-Anzeiger, 25. November 2024
cite-note-8686. ↑ Thorben Fischer, Matthias N. Lorenz (Hrsg.): Lexikon der „VergangenheitsbewĂ€ltigung“ in Deutschland. transcript Verlag, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-89942-773-8, S. 215.
cite-note-8787. ↑ Als Leni Riefenstahl Mick Jagger fotografierte. In: Kurier.at. vom 21. November 2014, abgerufen am 21. Mai 2015.
cite-note-lemo-8888. ↑ Tabellarischer Lebenslauf von Leni Riefenstahl. In: Lebendiges Museum Online. Abgerufen am 5. Mai 2015.
cite-note-8989. ↑ Christian Deussing, Susanne Hermanski: FĂŒr 1,9 Millionen Euro gibt es Leni Riefenstahls Villa zu kaufen. In: sueddeutsche.de. 23. Februar 2018, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 25. Februar 2018]).
cite-note-nyt-9090. ↑ Best Sellers: October 3, 1993. In: The New York Times. 3. Oktober 1993, abgerufen am 9. Mai 2015 (englisch).
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